MucoJet, so nennt sich die neue Pille, die Medikamente aufnimmt und in die Mundschleimhaut spritzt. Dafür benötigt sie keine Nadel, sondern nur einen kräftigen Düsenstrahl, der sogar größere Moleküle durch die Haut- und Muskelschicht presst. Und das tut überhaupt nicht weh.


Einmal kurz draufdrücken, dann an die Wange pressen: die MucoJet Pille / Foto: University of Berkeley

Die Berührung soll sich anfühlen wie der Strahl einer Munddusche

An der University of Berkeley hat sich ein Forscherteam Gedanken darüber gemacht, wie Medikamente auch ohne Injektionsnadeln möglichst schnell und effizient in den Körper gelangen. Die neue Lösung scheint recht vielversprechend, die MucoJet-pille presst ihren Medikamentenstrahl direkt in das unter der Muskelschicht liegende Gewebe, das einen hohen Prozentsatz an Immunzellen enthält. Die Anwendung funktioniert ganz einfach: Erst drückt der Patient die Pille in der Hand kurz zusammen oder beißt mit den Zähnen drauf, dann hält er sie sich gegen die Innenseite der Wange. Nach etwa 10 Sekunden schießt der Hochdruckstrahl heraus, die Berührung soll sich in etwa so anfühlen wie der Strahl einer Munddusche. Kein Pieks, kein Blut kein Pflaster! Das können sogar Kinder und müssen dabei überhaupt keine Angst haben.

In diesem Video erfahrt ihr mehr über die Jetpille


Antriebsmittel: Zitronensäure und Natron

Der »Antrieb« der Pille enthält eine Trockenmischung aus Zitronensäure und Natriumbicarbonat, kurz Natron, die sich beim Drücken der Pille mit Wasser vermengt Die Kraft der folgenden chemischen Reaktion presst das Medikament aus dem angrenzenden Reservoir bis in die Wange. Die bisherigen Labortests verliefen erfolgreich, doch bis die MucoJet-Pille auf den Markt kommt, wird es trotzdem noch ein wenig dauern. Die Wissenschaftler geben im oben eingefügten Video einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen: Die Jetpille soll demnächst auch schluckbar sein und ihren Inhalt in die Magenwand schießen, sodass Diabetiker vielleicht demnächst nur einen MucoJet schlucken müssen, statt sich Insulin zu injizieren. Das wäre sicher eine große Erleichterung!

Quelle: medgadget.com

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