Indianapolis ist unter Rennsportfreunden ein vertrauter Name. Auf dem „Indianapolis Motor Speedway“ findet alljährlich das legendäre „Indianapolis 500“ Rennen statt. Hunderttausende Motorsportfans strömen dann in die Stadt. Bürgermeister Greg Ballard dürfte die Wichtigkeit der Rennstrecke für die Stadt durchaus bewusst sein. Zumindest sind von ihm keine kritischen Worte über die Veranstaltung zu vernehmen. Dabei ist er selbst ein entschiedener Gegner des Verbrennungsmotors. Ab 2025 – so seine Vorgabe – sollen städtische Bedienstete ausschließlich mit Elektrofahrzeugen unterwegs sein. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat die Stadt nun unternommen: Es wurden 425 Hybridfahrzeuge geleast.


Infiniti M35h weltweit erster Hybrid mit VSP System
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Neue Flotte soll 8,7 Millionen Dollar einsparen helfen

Interessant ist dies nicht nur wegen der ambitionierten Zielsetzung des Bürgermeisters, sondern auch aufgrund der zugrunde liegenden Finanzkonstruktion. Bisher nämlich unterhält die Stadt einen eigenen Fuhrpark. Sie muss die Autos also nicht nur kaufen. Vielmehr führen notwendige Reparaturen und der Unterhalt der Wagen zu weiteren Kosten. Dies soll bei den Neuwagen nun anders werden. Diese werden von der Firma Vision Fleet gekauft und anschließend für sieben Jahre von der Stadt Indianapolis geleast. Indianapolis zahlt dafür einmalig die Summe von 32 Millionen Dollar.

Im Gegenzug kümmert sich Vision Fleet nicht nur um die Anschaffung der Wagen, sondern übernimmt auch den Unterhalt und die Wartung der Wagen. Es handelt sich also um eine Art All-Inclusive-Paket. Berechnungen der Stadtverwaltung zufolge spart der Steuerzahler durch die Anschaffung der Hybridautos dadurch 8,7 Millionen Dollar. Die ersten einhundert Neuwagen sollen noch in diesem Jahr in Aktion treten, 325 weitere dann im nächsten Jahr. Neben den Einsparungen für den Steuerzahler, bemühte der Bürgermeister zudem noch ein weiteres Argument, um die Öffentlichkeit vom Sinn der Neuanschaffungen zu überzeugen: Auf diese Weise leiste Indianapolis einen Beitrag zur Energieautarkie der Vereinigten Staaten.


Um dieses Argument zu unterstreichen, trat Ballard auf der Pressekonferenz eigens an der Seite eines ehemaligen Viersterne-Generals auf. Dieser wies darauf hin, dass auch Al-Kaida und ähnliche Terrorgruppen bereits erkannt hätten, dass die Vereinigten Staaten zu sehr vom Öl der Arabischen Welt abhängig seien. Eine Reduzierung des Ölimports sei daher von entscheidender Bedeutung. Auf den ersten Blick scheint der Kraftstoffverbrauch der – vom Bürgermeister so genannten – „Freedom Fleet“ auch deutlich geringer zu sein als bei den bisher genutzten Fahrzeugen. So reichte eine Gallone Benzin bei der bisherigen Flotte für 16 Meilen, zukünftig hingegen sollen die städtischen Angestellten mit einer Gallone bis zu 126 Meilen weit kommen.

Polizeiautos sollen weiterhin mit Verbrennungsmotoren fahren

Ob sich das neue Finanzierungsmodell als erfolgreich erweist und sich die erhofften Einsparungen tatsächlich realisieren lassen, dürfte auch von anderen amerikanischen Städten aufmerksam verfolgt werden. Geld sparen und dabei noch etwas für die Umwelt und die Energiesicherheit tun – das klingt auf jeden Fall nach einer guten Idee. Zumal städtische Fahrzeuge auch nur selten weite Strecken zurücklegen müssen und sich daher gut für einen Elektroantrieb eignen. Eine Ausnahme soll es aber auch in Indianapolis noch länger geben: Polizeiautos, die im Zweifelsfall Verbrechern hinterherjagen müssen, sollen auch weiterhin mit den Pferdestärken eines Verbrennungsmotors angetrieben werden.

Quelle: Indystar

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