Statt Netflix: Disney gründet einen eigenen Streamingdienst

Der Disney-Konzern gehört weltweit zu den bekanntesten Produzenten von Filmen und Serien. Neben den klassischen Disney-Produktionen ist das Unternehmen auch für die Filme der Studios Pixar, Marvel und LucasFilms verantwortlich. Bisher liefen diese zunächst im Kino und wurden anschließend über den Streamingdienst Netflix vermarktet. Dieser hat aber schon vor einiger Zeit damit begonnen, selbst hochwertigen Content zu produzieren und so unabhängiger von den Filmstudios zu werden. Der Disney-Konzern geht hingegen nun den umgekehrten Weg: Ende des Jahres 2019 soll eine eigene Streamingplattform auf den Markt kommen. Zumindest die neuen Disney- und Pixar-Produktionen werden dann ausschließlich dort zu sehen sein. Für Netflix stellt dies einen enormen Rückschlag dar.

Die Firmenzentrale des Disney-Konzerns. Foto: By Coolcaesar (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Neue Inhalte sollen Kunden für das Angebot gewinnen

Allerdings können bestehende Verträge nicht einfach aufgekündigt werden. So haben einige TV-Produktionen von Disney länger laufende Verträge mit Netflix und dürften daher dort auch über das Jahr 2019 hinaus zu sehen sein. Um dennoch ausreichend Kunden für das eigene Streamingangebot begeistern zu können, hat Disney aber gleichzeitig angekündigt, massiv in neue Inhalte investieren zu wollen. Neben klassischen Filmen und TV-Serien sollen zukünftig auch hochwertige Kurzvideos produziert und vermarktet werden. Ein wenig Erfahrung mit dem Thema Streaming besitzt der Konzern zudem bereits: In Großbritannien existiert ein entsprechender Service namens Disneylife. Ob der geplante neue Streamingdienst auch in Deutschland verfügbar sein wird, ist noch unklar.

Auch ein eigener Sportstreamingdienst nimmt bald den Betrieb auf

Sicher ist allerdings, dass der Konzern sich den Einstieg in das US-Streaminggeschäft einiges kosten lässt. Denn eigens dafür wurde der Anbieter BAMTech übernommen. Dieser wurde ursprünglich von der US-Baseballliga MLB für Sportübertragungen gegründet. Disney sicherte sich bereits vor einiger Zeit ein Drittel der Anteile für eine Milliarde Dollar. Nun wurden für weitere 42 Prozent der Aktien noch einmal 1,58 Milliarden Dollar fällig. Die Kernkompetenz des Anbieters soll aber auch zukünftig genutzt werden. So wird bereits im nächsten Jahr ein Streamingdienst unter der Marke ESPN an den Start gehen. Dort sollen dann Spiele der Baseballliga MLB, der Eishockeyliga NHL, der Fußballliga MLS und zehntausende weitere Sportereignisse zu sehen sein.

Via: Walt Disney Company