Vor einiger Zeit berichteten wir über ein Ranking des britischen Portals „The Eco Experts“, das die umwelt- und klimafreundlichsten Staaten der Welt auszeichnete. Brasilien belegte einen hervorragenden 9. Platz. Zum Vergleich: Deutschland fand sich auf Platz 63 wieder – nur drei Plätze vor den Vereinigten Staaten. Das gute Ergebnis von Brasilien hängt auch damit zusammen, dass das Land einen Großteil seines Strombedarfs emissionsfrei über die Wasserkraft deckt. Zuletzt hatte das Land aber immer wieder mit Dürren zu kämpfen, die auch die Stromproduktion einbrechen ließen. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 waren sogar Blackouts eine reale Gefahr. Durch den Klimawandel steht zu befürchten, dass es auch zukünftig vermehrt zu Wasserknappheit kommen kann.


Viele Windräder bilden in Rumänien einen Windpark

Der erste Windpark wird auf eine Kapazität von 195 Megawatt kommen

Zudem bringen die Megastaudämme auch erhebliche Belastungen für die Umwelt mit sich. Nach massiven Protesten wurde im vergangenen Jahr daher ein Neubauprojekt im Amazonas Regenwald gestoppt. Stattdessen will das Land nun verstärkt auf Solar- und Windenergie setzen. Bisher sind diese Bereiche der Erneuerbaren Energien in Brasilien nur rudimentär ausgebaut. Die deutsche Firma Nordex hat nun allerdings den Auftrag erhalten, im Bundesstaat Piauí 65 Windräder mit einer Leistungsfähigkeit von jeweils drei Megawatt zu errichten. Insgesamt wird der Windpark also auf eine Kapazität von 195 Megawatt kommen. Er soll zudem nur den Anfang einer großen Investitionsoffensive darstellen. Denn bis zum Jahr 2030 ist geplant, dass Wind- und Solarenergie mindestens 23 Prozent des gesamten Strombedarfs des Landes decken.


Die Windräder werden vor Ort in Brasilien gebaut

Der Nordosten gilt dabei als bestens geeignet für effiziente Windparks. Zudem ist Piauí einer der ärmsten Bundesstaaten des Landes. Die Menschen vor Ort hoffen, dass durch die neuen Windkraftanlagen auch lokale Jobs entstehen. Tatsächlich wird Nordex die Windräder direkt in Brasilien produzieren. Unklar ist, ob dies eine Vorgabe der brasilianischen Regierung war oder ob dies aus Kostengründen geschieht. In jedem Fall dürfte auf diese Weise auch die brasilianische Wirtschaft vom Ausbau der Windenergie profitieren. Wie viel Geld Nordex von der brasilianischen Regierung für den Bau des Windparks erhält, ist bisher nicht bekannt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass das Unternehmen auch auf lukrative Folgeaufträge setzt.

Via: Nordex Online

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