Die Stiftung Warentest hat sich jüngst verschiedene Zahnpasta-Sorten einmal näher angeschaut und überprüft, ob gute Zahnpasta auch für weniger Geld erhältlich ist. Insgesamt wurden 73 verschiedene Produkte getestet. Für die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „test“ wurden insgesamt 19 Universalzahnpasten überprüft. Mit dem Test sollen die Verbraucher Anhaltspunkte erhalten, was beim Kauf von Zahnpasta beachten werden sollte.


Zahnpasta
Stiftung Warentest Zahnpasta-Test Bild: Michael Kammler

Zahnpasta ist nicht gleich Zahnpasta

Um ein aussagekräftiges Urteil fällen zu können, untersuchte die Stiftung Warentest die Zahnpasten nach folgenden Kriterien, nämlich „ob die Produkte mikrobiologisch in Ordnung sind“, „wie effektiv sie Karies vorbeugen“ und „wie gut diese Verfärbungen auf den Zähnen entfernen“. Pro Jahr verbraucht der Deutsche im Schnitt fünf Tuben Zahnpasta. Grob gibt es dabei drei unterschiedliche Zahnpasta-Typen zu unterscheiden. Neben der Universalpaste, gibt es auch Sensitiv-Zahnpasta und Zahnpasta, die weißere Zähne verspricht (Weißauslobung). Im Vordergrund der Hersteller-Versprechen steht eine „optimale“ Zahnpflege, sowie Schutz vor äußeren Einwirkungen und bei empfindlichen Zähnen als auch der Schutz der Zahnhälse. Ein Großteil der getesteten Produkte konnte hier mit einem „gut“ bestehen. Einige Erzeugnisse hingegen erfüllten jedoch nicht einmal die Mindestanforderungen der Kariesprophylaxe.

Oftmals nicht das drin, was draußen dran steht

Analysiert wurden unter anderem auch die Inhalte der Werbeaussagen der Hersteller. Die Stiftung Warentest kam dabei zu dem Entschluss, dass die Versprechen oftmals nicht haltbar sind. Es kam zu einem Vergleich der Inhaltsstoffe mit den Werbebotschaften. Auf den Verpackungen wird teilweise mehr versprochen, als die Inhaltsstoffe der Zahnpasten halten können. Wenigstens beim Kariesschutz konnten die meisten Produkte jedenfalls überzeugen, immerhin.


Fluorid ist wichtig für den Schutz der Zähne

Das Hauptaugenmerk beim täglichen Putzen der Zähne dürfte auf der Bekämpfung von Karies liegen. Laut der Stiftung Warentest versprechen Universalzahnpasten einen Komplettschutz der Zähne und des Zahnfleischs. Ausschlaggebend sei dafür vor allem das beinhaltete Fluorid. Für Karies werden Zahnbeläge und die Bildung von Plaque verantwortlich gemacht. Die Plaque-Bakterien ernähren sich den Experten zufolge vom Zucker aus unserer Nahrung. Da die Bakterien für unsere Zahnmineralien schädliche Säuren bilden, sorgt das Fluorid dafür, dass die abgelösten Mineralien wieder aufgetragen werden. Nach der regelmäßigen Anwendung, entwickeln die Zähne eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen die Bakterien und schließlich auch gegen Karies. „vor allem Zahnpasten mit Aminfluorid, Zinn­fluorid und solche mit Natrium­fluorid“, sind der Stiftung Warentest nach besonders gut für die Karies­prophylaxe geeignet. Um neben der Kariesvorsorge auch die Bakterien auf den Zähnen zu minimieren, bietet sich die Kombination aus Aminfluorid und Zinn­fluorid an. Hier spielt jedoch auch ein ausreichend hoher Gehalt an Fluorid eine entscheidende Rolle. Ein Teil der getesteten Universalzahnpasten enthielt jedoch kein Fluorid und bekam daher ebenfalls nur ein „mangelhaft“.

Bio-Marken kassieren schneiden schlecht ab

Einen kleinen Dämpfer mussten jedoch die Vertreter der Bio-Marken in Kauf nehmen. Aufgrund des gezielten Verzichts, des für den Schutz der Zähne wichtigen Fluorids, erhielten die teilweise im oberen Preissegment angesiedelten Bio-Pasten lediglich das Attribut „mangelhaft“.

Sensitive-Pasten

Wer bereits angegriffene Zähne und auch Zahnhälse hat, der greift bekanntlich auf Sensitive-Zahnpasta zurück. Neben dem Kariesschutz rückt hier auch ein geringer Abriebanteil in den Fokus. Damit soll sichergestellt werden, dass die empfindlichen und freiliegenden Zahnhälse nicht noch weiter geschädigt werden. Die Stiftung Warentest betont hier jedoch, dass man in diesem Fall auch die Zahnputztechnik mit berücksichtigen sollte. Wer zu stark putzt, der kann die Zähne auch mit Sensitive-Zahnpasta schädigen. Desweiteren sollten die Zähne mindestens zwei Minuten lang geputzt werden um dem Fluorid ausreichend Zeit einzuräumen einwirken zu können.

Weißere Zähne

Zahnpasten, die weißere Zähne versprechen und Verfärbungen bekämpfen, sorgen logischerweise auch für einen größeren Abrieb. Sensible Zähne sollte daher nicht mit Zahnpasta mit Weißauslobung geputzt werden. Die Zahncremes enthalten der Stiftung Warentest nach Tenside und Putzkörper, die Verfärbungen neutralisieren sollen. Je nach Größe und Form der enthaltenen Körper wird ein effektiverer und auch größerer Abrieb erzielt.

Wer gesunde Zähne hat, der kann auf Pasten mit einem größeren Abrieb zurück greifen, ohne etwas befürchten zu müssen. Bei offenen Zahnhälsen werden Pasten mit weniger Abrieb empfohlen. Bei den Zahnpasten mit Weißauslobung konnten der Stiftung Warentest nach alle Produkte mit den Auslobungen „strahlend weiße Zähne“, „extra“ oder „glänzend“, die Verfärbungen wenigstens „gut“ beseitigen.

Die Testsieger

Insgesamt schützen 17 von den getesteten Zahnpasten sehr gut vor Karies. Dabei überzeugte das Produkt „Theramed Complete Plus“ am besten und bietet eine umfassende Mundhygiene. Gewährleistet wird den Testern zufolge nicht nur ein ausreichender Kariesschutz, sondern auch die Beseitigung von Verfärbungen. Zu beachten gilt, dass das als „sehr gut“ eingestufte Produkt aufgrund des recht hohen Abriebs für schmerzunempfindlichere Zähne stets geeignet sei.

Sanfter geht es bei den Pasten aus Aldi, Lidl und Co zur Sache. So konnten allerdings auch die Produkte „Friscodent Kräuter“ und „Dentalux Complex 3 Kräuter Fresh“ mit sehr guten Putzergebnissen überzeugen. Bei den beiden Vertretern handelt es sich übrigens auch mit 36 Cent pro 100 Milliliter um die günstigsten Pasten im Test. Der Testsieger von Theramed ist drei Mal so teuer.

Der virale Werbeklassiker „Blend-a-med Complete Plus Mild Frische“ schnitt mit einem „gut“ ab. Während das Produkt größtenteils überzeugende Ergebnisse lieferte, gab es Abzüge bei der Kategorie „Entfernung von Verfärbungen“. Den kompletten Bericht der aktuellen Zahnpasta-Studie könnt ihr auch noch einmal in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift „test“ nachschlagen.

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