Wenn vom Meer eine sanfte Brise weht, setzt sich das mannshohe Wesen am Strand in Bewegung: Seine großen Rückenfedern wiegen hin und her, während unzählbar viele Beine über den Sand trippeln. Ist diese Mischung aus Krabbe, Skelett und Dinosaurier tatsächlich eine neue Lebensform?


strandbeest
Ein Strandbeest in seiner natürlichen Umgebung / Foto: Screenshot aus Youtube-Video

Eine Symbiose aus Kunst und Wissenschaft

Wenn der Bioniker und Ingenieur Theo Jansen über seine »Strandbeesten« spricht, als seien sie wirkliche Lebewesen, dann mag man ihm das fast glauben. Die aus gelben Plastikröhrchen, Nylonfäden, Kabelbindern und Klebeband bestehenden beweglichen Skulpturen können tatsächlich vieles, was echte Tiere ebenfalls vermögen: Sie bewegen sich auf einer Vielzahl von Beinen selbständig über den Strand, wechseln die Richtung, sobald sie zum Wasser gelangen, und sichern sich gegen den drohenden Sturm, um nicht davonzufliegen. Manche von ihnen besitzen einen langen Hals, den sie hoch in die Luft recken und hin- und herbewegen. Das sieht dann tatsächlich so aus, als halte ein Dinosaurier Ausschau nach Fressfeinden, doch der fragile, luftige Körper spricht eine ganz andere Sprache. Theo Jansen hat neben der Wissenschaft die Kunst ins Herz geschlossen, und diese »Tiere« sind das Ergebnis einer Symbiose beider Leidenschaften.

In diesem Video stellt Theo Jansen seine Strandtiere liebevoll vor


Die »Tiere« beziehen ihre Energie aus dem Wind

Der Niederländer Jansen nennt die Weiterentwicklung seiner Kreationen über viele Jahre hinweg eine »Evolution«, und arbeitet an einer ausgereiften Generation, die er am Strand auswildern kann. Seine Tiere ernähren sich nicht von Speis und Trank, sondern sie beziehen ihre Energie aus dem Wind, der zuerst die segelartigen »Federn« in Bewegung versetzt, um zu guter Letzt den Laufmechanismus anzutreiben. Die gradlinige Bewegung einzelner Beinelemente wird mit Hilfe eines Koppelgetriebes in eine Drehbewegung umgesetzt – so entsteht das charakteristische Gangbild der Strandtiere. Lustig sieht es aus, wenn sie mit Hilfe eines schwenkenden Hammers ihre Nasen in den Sand rammen, um dem Sturm standzuhalten! Die wunderbar anzuschauenden Werke brachten Jansen bereits eine Auszeichnung ein, nämlich den Sonderpreis der Prix Ars Electronica 2005. Auch in einem BMW-Werbespot aus dem Jahr 2007 waren die skurrilen Kunstwerke bereits zu sehen.

Quelle: strandbeest.com

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