Ganz so einfach ist es nicht, organische Solarzellen an den Kunden zu bringen. Viele lassen sich davon abschrecken, dass es eine neue Technologie ist, die einen noch geringen Wirkungsgrad hat. Der wichtigste Kunde von Heliatek, einem der weltweit führenden Unternehmen auf diesem Gebiet, hat bisher nur eine größere Installation in Singapur zu vermelden. Zudem ließ Belgien sich den Heliafilm, wie das Dresdner Unternehmen sein Produkt nennt, in seinen Pavillon auf der Expo 2015 in Mailand integrieren.


Solar aktive Fassade mit HeliaFilm® bei ENGIE Laborelec, Linkebeek, Belgien

Ohne Subventionen profitabel?

Jetzt meldet Heliatek einen neuen Erfolg. ENGIE Laborelec, ein belgisches Energieunternehmen, ließ in die neue Fassade eines seiner Gebäude in Linkebeek Heliafilm integrieren. Was allerdings nicht überrascht. Die Belgier erwarben 2016 einen Anteil von 6,6 Prozent an dem Dresdner Unternehmen. „Wir wollen die steigende Nachfrage der Kunden nach CO2-neutralen Gebäuden mit möglichst geringen Energiekosten bedienen“, sagt Philippe Buxant, Leiter der ENGIE-Forschungs- und Technologie-Abteilung. „Die Kosten für diese neuen Photovoltaik-Folien fallen stetig und wir glauben, dass sie auch ohne Subventionen profitabel sein können.“

Beitrag zur Energiewende

In Linkebeek wollen die Partner zuverlässige Daten darüber gewinnen, wie viel Strom eine solche Fassade erzeugen kann. Die Hersteller schätzen, dass im Jahr 2300 Kilowattstunden zusammenkommen. Das entspricht zwar nur dem Jahresbedarf eines Ein-Personen-Haushalts. Doch Heliatek ist sicher, dass Solarfassaden, die nicht mehr als konventionelle kosten, mittelfristig gefragt sind. Denn sie leisten, wenn sie auf die Wände zahlreicher Gebäude aufgebracht werden, einen namhaften Beitrag zur Energiewende. Außerdem wird die Integration des insgesamt 50 Quadratmeter großen Energiewandlers in die Gebäudetechnik getestet.


Realisiert hat Heliatek zwei Varianten. Wie in Singapur beklebten die Dresdner Fassadenelemente aus Beton mit ihrer Folie. Dabei arbeiteten sie mit SVK zusammen, einem belgischen Spezialisten für Fassadenelemente. Zum anderen integrierten sie sie in einige Fenster, die sie gemeinsam mit dem belgischen Glasspezialisten AGC Glass Europe entwickelten.
Das nächste Projekt realisiert Heliathek ebenfalls mit ENGIE. In Antwerpen werden gleich mehrere Gebäude des Unternehmens mit Solarfassaden ausgestattet.

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1 Kommentar

  1. Emil

    25. Juli 2017 at 14:25

    Finde ich sehr interessant die Idee aber es dauert sicherlich noch einige Jährchen, bis das für Privatverbraucher rentabel wird. Ich frage mich auch wie sich das auf die Fassadendämmung auswirkt. Wir haben bei unserem Haus z.B. hinterlüftete Fassadendämmung, ich weiß nicht ob so eine Photovoltaikfolie die Wirkung da nicht etwas vermindert und sich sogar Feuchtigkeit fängt.

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