Ein großes Problem bei Naturkatastrophen fast jeder Art ist, dass Betroffene auch nach dem entsprechenden Ereignis oft längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten sind. Nach Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüchen oder anderen Katastrophen ist oft keinerlei Kommunikation möglich und die Stromversorgung bricht zusammen. Dieselgeneratoren können zumindest für letzteres Problem eine Lösung darstellen, sie sind aber ebenfalls anfällig für die Katastrophen und produzieren zudem schädliche Abgase. Es muss also eine Lösung her, die möglichst schnell und einfach einsatzbereit ist und im Idealfall nicht zu zusätzlichen Umweltbelastungen führt. Studenten des Kunstzentrums Le Laboratoire haben sich über solch eine Lösung Gedanken gemacht.


Foto: Julie Dautel
Foto: Julie Dautel

Strom dank Sonnenlicht

In Zusammenarbeit mit dem Institut de Recherche et Développement sur l’Énergie Photovoltaïque (IRDEP) haben drei Studenten des Kunstzentrums ein Konzept für photovoltaische Stromballons entwickelt, die elektrische Energie in von der Außenwelt abgeschnittene Gegenden liefern können. Das System hört auf den Namen Zephyr und besteht aus zwei Komponenten: Ein Ballon absorbiert mit einer Beschichtung aus Kupfer, Indium, Gallium und Selenid Sonnenlicht, das dann von einer Basisstation in Energie umgewandelt wird, die dann gespeichert wird.

Der Ballon wird mit Hilfe von Wasserstoff in die Luft gebracht. Neun Liter Wasser am Einsatzort reichen aus. Sie werden mit Hilfe eines Elektrolyseurs in Gas umgewandelt, das dann in den Ballon gefüllt wird. Mithilfe eines Kabels wird der Ballon mit seiner Basisstation verbunden und kann so bis zu 50 Meter hoch in die Luft steigen. Ein automatisiertes System sorgt dafür, dass der Ballon anschließend stets zur Sonne ausgerichtet ist.


Foto: Julie Dautel
Foto: Julie Dautel

Mehrfach ausgezeichneter Prototyp

Natürlich muss auch der Ballon samt Basisstation erst einmal in das entsprechende Gebiet gebracht werden. Dies kann aber aufgrund der recht kleinen Abmessungen verhältnismäßig unproblematisch mit einem Helikopter erledigt werden. Dann können bis zu 15 Zelte mit dem Ballon mit Strom versorgt werden.

Es existiert bereits ein Prototyp, und die drei Studenten erhielten schon fünf Auszeichnungen für ihr Projekt. Bis der Zephyr-Ballon in Katastrophengebieten eingesetzt werden kann, wird aber noch einiges an Zeit vergehen. Momentan läuft die Suche nach Investoren, die das Gründer-Team bei der Weiterentwicklung unterstützen. Die jungen Erfinder wollen noch einige Verbesserungen an ihrem System vornehmen, insbesondere in den Bereichen Aerodynamik, Elektrolyse, Photovoltaik und Stromspeicherung.

Zephyr-Projekt im Video

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