Datenbrillen galten eine Zeitlang als das ultimative Gadget der Zukunft. Inzwischen ist der Hype aber deutlich abgeflacht. Der Technologiekonzern Google stoppte im Januar 2015 sogar komplett den Verkauf der smarten Brille „Google Glass“ und sprach von einem Verkaufsflop. Grundsätzlich können Datenbrillen aber schon sinnvoll sein. So können Mechaniker sich die Bedienungsanleitung eines Geräts anzeigen lassen und haben dennoch beide Hände frei, um die Anweisungen sofort umzusetzen. Bisher gab es dabei aber ein Problem: Der Energieaufwand, der benötigt wird, um ein bewegtes Videobild vor das Auge zu projezieren ist enorm. Die meisten Brillen müssen daher bereits nach rund einer Stunde wieder aufgeladen werden. Außerdem heizt sich das Brillengestell recht schnell auf und sorgt für ein unangenehmes Tragegefühl.


Copyright: Fraunhofer Gesellschaft
Copyright: Fraunhofer Gesellschaft

Das Steuerungssystem der Datenbrillen wurde komplett überarbeitet

Forscher der Fraunhofer Gesellschaft haben nun aber eine Lösung für diese Probleme entwickelt. Ihr Ansatz ist dabei recht simpel: Um ein bewegtes Bild zu erzeugen, müssen innerhalb einer Sekunde sechzig einzelne Bilder vor dem Auge des Betrachters ablaufen. Es werden also enorme Mengen an Daten verarbeitet, was für den hohen Stromverbrauch verantwortlicht ist. Die Forscher nutzten nun aber die Tatsache, dass sich die einzelnen Bilder zumeist nur wenig unterscheiden und entwickelten eine Technologie, die jeweils nur die Teile neu lädt, die sich verändert haben. Dies klingt recht einfach, war in der Praxis aber nur schwer zu realisieren. So mussten die Wissenschaftler unter anderem das Steuerungssystem komplett neu designen.

Organische Leuchtdioden sorgen für ein helles Bild

Der Aufwand scheint sich aber gelohnt zu haben. Denn während konventionelle Datenbrillen eine Lseistung von 200 Miliwatt benötigen, kommt ein erster Prototyp der Fraunhofer Gesellschaft mit lediglich zwei bis drei Miliwatt aus. Ein Display aus organischen Leuchtdioden (OLED) sorgt gleichzeitig dafür, dass die angezeigten Bilder dennoch hell leuchten. Die Forscher gehen davon aus, dass die stromsparende Datenbrille zukünftig auch für Privatpersonen sehr interessant sein wird. So könnten sich Rennradfahrer auf diese Weise beispielsweise den Weg anzeigen lassen und bestimmte Fitnessdaten abrufen. Aktuell suchen die beteiligten Wissenschaftler daher nach einem Partner aus der Industrie, um die neue Technologie zur Marktreife zu bringen.


Via: Fraunhofer

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.