Gehirn
Foto: Ranveig mri. jpgCC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Forscher an der Universität von Illinois in Urbana-Champaign haben im Rahmen einer aktuellen Studie herausgefunden, dass dauerhaftes Sitzen das menschliche Gehirn schädigt. Bewegung hat dem Köper noch nie geschadet. Allerdings reicht es den Forschern zufolge nicht aus, einen etwaigen Mangel an Bewegung mit einer abendlichen Lauf- oder Sporteinheit wieder ausgleichen zu können. Die durch den Sport erlangte Physis wird durch dauerhaftes Sitzen im Alltag wieder zunichte gemacht, heißt es unter anderem in dem aktuellen Beitrag in der Fachzeitschrift PLOS ONE.


Um eine aussagekräftige Studie durchführen zu können, wurden 88 Probanden im Alter von 60 bis 78 Jahren mit Bewegungssensoren ausgestattet. Die Sensoren wurden größtenteils am Tag getragen und zeichneten das Bewegungsprofil der Testkandidaten auf. Allgemein waren die Probanden nicht die sportlichsten aber dennoch gesund. Parallel zu den Bewegungsaufzeichnungen wurden auch Bereiche der weißen Hirnsubstanz von den Forschern näher beobachtet. Diese Kombination zeichnet die Studie auch gleichzeitig aus und macht sie zu der ersten ihrer Art, erklärt die Erstautorin Agnieszka Burzynska.

Zu langes Sitzen macht dumm

Die Untersuchung der Gehirne der Testpersonen wurde in zwei Kategorien eingeteilt. Zum einen wurde die altersbedingte Schädigung der weißen Hirnsubstanz erfasst. Hierbei handelt es sich um einen normalen Prozess, der in der Natur der Zellen liegt. Zu beachten gilt jedoch, dass die Schädigungen von Mensch zu Mensch unterschiedlich stark sind. Um den allgemeinen Zustand der weißen Hirnsubstanz zu untersuchen, wurde zum anderen auch die Verteilung von Wasser im Gehirn beobachtet.


Am Ende der Untersuchungen konnten die Forscher ein recht eindeutiges Fazit ziehen. Menschen die regelmäßig moderaten oder gar schweißtreibenden sportlichen Aktivitäten nachgingen, konnten eine geringere Schädigung der weißen Hirnsubstanz vorweisen. Wer sich relativ häufig bewegt und auch einen Umweg ab und zu in Kauf nimmt, der kann die weiße Hirnsubstanz schonen. So wurde bei dieser Probanden-Gruppierung ein überdurchschnittlich guter Zustand der weißen Hirnsubstanz innerhalb der Schläfenlappen festgestellt. Hier sind Schlüsselfunktionen verankert, die unter anderem für das Sprechen, Verarbeiten und Speichern von Informationen und die Erinnerungsfähigkeit verantwortlich sind.

Bei Probanden, die jedoch überdurchschnittlich lange saßen, konnte im Bereich des Hippocampus eine überdurchschnittlich stark degenerierte weiße Gehirnsubstanz festgestellt werden. Der untersuchte Bereich ist unter anderem ebenfalls für das Erinnern aber auch für das Lernen zuständig. Wer folglich auch im Alter noch fit im Kopf bleiben möchte, der sollte den Forschern zufolge einen übermäßig bequemen Lebensstil vermeiden und auf regelmäßige Bewegung im Alltag achten.

Kleine Übungen für den Alltag im Bürostuhl

Menschen, die  aufgrund des Jobs mehrere Stunden täglich an den Bürostuhl gefesselt sind, können schließlich nicht alle paar Stunden einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen oder eine Jogging-Einheit einlegen. Hier gibt es jedoch kurze Übungseinheiten, die eine recht große Wirkung erzielen. Alle 20 Minuten sollte man die Sitzposition ändern und im Rahmen des „aktiven“ Sitzens  auf dem Stuhl nach vorn rutschen und von der Lehne Abstand gewinnen. Nun übernimmt die Rückenmuskulatur die Arbeit. Es spricht auch nichts gegen ein paar Liegestütze an der Tischkante oder während des Telefonierens aufzustehen und von einem Bein auf das andere zu wechseln. Wer abends noch liest, der sollte das nicht auch noch im Sitzen machen. Es bietet sich an eine Liegeposition auf dem Bauch anzunehmen.

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