Die Erneuerbaren Energien besitzen in Deutschland inzwischen einen Anteil von mehr als einem Drittel an der Stromerzeugung. Allerdings ist die Produktion naturgegeben sehr schwankend. Wenn an dunklen Abenden weitgehende Windstille herrscht, sinkt der Anteil auf unter fünfzehn Prozent. Auf der anderen Seite kann die Produktion aber auch soweit ansteigen, dass rund Dreiviertels des Stromverbrauchs aus nachhaltigen Energiequellen stammt. Um diese Schwankungen auszugleichen, müssen immer wieder konventionelle Kraftwerke hinzugeschaltet werden. Bisher orientieren sich die Netzbetreiber dabei am Preis: Wer den günstigsten Strom liefern kann, bekommt den Zuschlag. Eine Studie des Öko-Institut zeigt nun aber: Würde man sich stattdessen am CO2-Ausstoß orientieren, könnten die entsprechenden Emissionen jährlich um 80 Millionen Tonnen sinken.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Alte Kohlekraftwerke sind ein Problem

Dies hängt vor allem mit den Kohlekraftwerken zusammen. Diese verursachen die höchsten Klimaemissionen – der dort produzierte Strom ist aber auch am günstigsten. Die deutlich klimafreundlicheren Gaskraftwerke haben daher oftmals das Nachsehen. Dabei ist die Energiegewinnung durch Gas nicht nur aus Klimaschutzgründen eigentlich die deutlich bessere Alternative. Denn die Kraftwerke lassen sich innerhalb von Minuten zu- und wieder abschalten. Kohlekraftwerke brauchen dafür hingegen mehrere Tage und müssen dann oftmals den unnötig produzierten Strom ins Ausland exportieren – wovon die dortigen Netzbetreiber aber alles andere als begeistert sind. Zahlreiche Länder wie Kanada, Großbritannien und Neuseeland haben daher bereits fixe Termine für den Ausstieg aus der Kohleenergie bekannt gegeben. In Deutschland hingegen wird darüber noch diskutiert.

Bei einer Vollkostenrechnung lohnt sich der Ausstieg aus der Kohle

Die Experten des Öko-Instituts haben zudem auch berechnet, welche zusätzlichen Kosten durch ein geändertes Kraftwerksmanagement entstehen würden. Das Ergebnis: Die deutschen Verbraucher hätten mit Mehrkosten von rund 1,1 Milliarden Euro jährlich zu rechnen. In Zukunft wird sich dieser Wert aber immer weiter reduzieren, weil der Anteil der Erneuerbaren Energien weiter zunimmt. Bei einer Vollkostenrechnung ist die Umstellung auf klimafreundliche Gaskraftwerke sogar ein lohnendes Geschäft. Denn die Kosten pro vermiedener Tonne CO2 liegen bei lediglich 14 Euro. Das Umweltbundesamt schätzt hingegen, dass eine Tonne CO2 in der Atmosphäre Folgekosten zwischen 40 und 120 Euro mit sich bringt.


Via: MZ

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