In bestimmten Einrichtungen lassen sich Nachtschichten nicht vermeiden. Beispielsweise in Krankenhäusern und Altenheimen. Dabei arbeiten die meisten Angestellten nicht dauerhaft nachts, sondern es wechseln sich Tages- und Nachtschichten mehr oder weniger regelmäßig ab. Der menschliche Körper hat allerdings so seine Probleme, sich an diesen Rhythmus zu gewöhnen. Insbesondere bei Frauen, scheinen rotierende Nachtschichten auf Dauer auch die Gesundheit zu belasten. Ausgewertete Daten aus den Vereinigten Staaten belegen, dass Krankenschwestern mit regelmäßigen Nachteinsätzen signifikant öfter an Herzerkrankungen und Krebs erkranken, als Frauen mit Tageseinsätzen.


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Daten seit 1976 wurden ausgewertet

Dabei wurden keine neuen Daten erhoben, sondern es konnte auf die Vorarbeit des „NursesHealth Registry“ zurückgegriffen werden. Dieses sammelt seit 1976 entsprechende Daten. Die nun veröffentlichte Studie beschränkte sich auf Krankenschwestern, die mindestens drei Mal monatlich nachts arbeiteten – gleichzeitig in diesem Monat aber auch normale Früh- und Nachmittagsschichten hatten. Dabei zeigte sich bereits nach fünf Jahren mit einem solchen Arbeitsrhythmus, ein um 19 Prozent erhöhtes Risiko später an einer Erkrankung des Herzens oder der Blutbahnen zu sterben.


Dreiecksbeziehung zwischen Nachtschichten, Gesundheit und Langlebigkeit

Arbeitet eine Krankenschwester mehr als 15 Jahre in rotierenden Nachtschichten erhöht sich zudem das Risiko an Krebs zu erkranken signifikant. Insgesamt stieg die Wahrscheinlichkeit frühzeitig zu sterben, durch die dauerhaften Nachtschichten um elf Prozent. Bereits frühere Studien hatten eine gesundheitliche Belastung durch Nachtschichten belegt – und zwar für beide Geschlechter. „Diese Ergebnisse ergänzen frühere Nachweise einer möglichen dreiseitigen Beziehung zwischen rotierenden Nachtschichten, Gesundheit und Langlebigkeit“, erklärte Dr. Eva Schernhammer von der Havard Medical School, die an der Studie beteiligt war.

Ganz auf nachts arbeitende Menschen wird unsere Gesellschaft auch zukünftig nicht verzichten können. Die nun veröffentlichte Studie könnte allerdings dazu beitragen, neue Schichtsysteme zu entwickeln, um die Belastung der Betroffenen zu verringern. Auf lange Sicht könnten vor allem in der Alten- und Krankenpflege zudem Roboter einen Teil der nachts anfallenden Aufgaben übernehmen.

Quelle: Digitaljournal

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