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Studie: Schlangengift hilft im Kampf gegen Alzheimer

Bisher hat die Wissenschaft noch kein wirksames Gegenmittel gegen die Symptome der Alzheimer-Erkrankung gefunden. Da in der Regel ältere Menschen davon betroffen sind, führt die zunehmende Lebenserwartung in der westlichen Welt allerdings dazu, dass es zu immer mehr Alzheimererkrankungen kommt. So gibt es aktuell in Deutschland rund 1,3 Millionen Demenzfälle – bis zum Jahr 2050 wird allerdings ein Anstieg auf 2,6 Millionen Erkrankungen erwartet, wovon ein nicht unerheblicher Teil auf Alzheimer zurückgeführt werden kann. Die Forschung arbeitet daher mit Hochdruck an neuen Behandlungsmethoden. Forscher der australischen Monash University haben dabei nun eine interessante Entdeckung gemacht: Das Gift einer amerikanischen Schlange könnte helfen, die für die Symptome der Krankheit verantwortlichen Plaque-Ablagerungen im Gehirn abzubauen.

Einsamkeit im Alter

Die Lebensdauer der Menschen hat US-Forschern zufolge noch lange nicht das Maximum erreicht

Ein Molekül des Schlangengifts sorgt für den Abbau der Ablagerungen

Normalerweise werden diese auf natürliche Art und Weise durch körpereigene Enzyme abgebaut. Bei einer Demenz-Erkrankung allerdings ist dieser Abbauprozess gestört und die Eiweißablagerungen setzen sich dauerhaft im Gehirn fest. Wissenschaftler gehen dabei davon aus, dass diese Ablagerungen für viele der Alzheimer-Symptome – etwa den Verlust von Erinnerungen – verantwortlich sind. Den natürlichen Abbau wieder in Gang zu setzen, wäre daher ein logischer Weg, um die Krankheit zu bekämpfen. Bisher allerdings erwies sich dieser theoretische Ansatz in der Praxis nicht als umsetzungsfähig. Eine Grubenotter aus Süd- und Mittelamerika könnte dies nun aber ändern: Ihr Gift besitzt ein Molekül, das die Aktivität der Plaque-abbauenden Enzyme anregt und so die Entstehung dauerhafter Ablagerungen verhindert.

Der frühzeitige Einsatz des Moleküls könnte die Krankheit stoppen

Inzwischen müssen die Forscher dabei auch nicht mehr auf Schlangenjagd gehen, um an das gewünschte Molekül zu gelangen. Vielmehr ist es gelungen, eine synthetische Nachbildung zu entwickeln, die über die selben positiven Eigenschaften verfügt. Diese soll nun ausführlich getestet werden – zunächst an Mäusen und bei Erfolg später auch am Menschen. So ließe sich dann im Idealfall die Krankheit aufhalten oder sogar zurückdrängen. Im Herbst vergangenen Jahres hatten bereits Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität in München einen Ansatz zur wirksamen Behandlung von Alzheimer entwickelt.

Via: Monash University

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