Die ungesunde, fettige und zuckerhaltige Ernährung der Deutschen kostet dem Gesundheitssystem knapp 17 Milliarden Euro im Jahr. Die Folgen der ungesunden Ernährung sind oftmals Karies, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Diabetes und Stoffwechselstörungen. Zudem werden auch Krebserkrankungen vermehrt gelistet.


 

Fertigsalat
Frischer Salat Foto/ Michael Kammler

Ungesunde Ernährung kostet den Staat Milliarden

Eine aktuelle Studie der Martin Luther Universität (MLU) Halle und des Biotechnologieunternehmens Brain AG zeigt, wie viel Kosten der erhöhte Konsum von Salz, Fett und Zucker beim Durchschnitts-Deutschen für das Gesundheitssystem entstehen lässt. Konkret geht es bei dem in der Fachzeitschrift „PLOS One“ veröffentlichten Zahlenmaterial nicht nur um die direkten Kosten durch die Fehlernährung, sondern auch um die Folgekosten durch Erkrankungen. Studienautor Toni Meier von der Uni Halle ist davon überzeugt, dass hier enormes Einsparpotential gegeben ist. Der Experte zählt „gewichtsbedingte Arthrose, Schlafstörungen, Alzheimer und chronisches Nierenversagen“ als die häufigsten Folgeerkrankungen auf.


In der Studie geht es auch konkret um Einsparpotential. Die Zahlen sind dabei beachtlich. So schreiben die Experten, dass eine Reduzierung von Zucker, Fett und Salz um ein Drittel in den Lebensmitteln und der Ersatz durch gesündere Naturstoffe dem Gesundheitssystem pro Jahr fünf bis sechs Milliarden Euro Ersparnis bringen könnten. Hierbei sind nicht einmal indirekte Koste wie etwa für Kurbehandlungen, Invalidität oder Arbeitsausfälle mit berücksichtigt.

Fettes Essen
Fettsteuer via Termos aus fi CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Weniger Zucker, Fett und Salz erhöhen Einsparpotential

Um der Studie einen repräsentativen Charakter zu verleihen haben die Forscher die Krankheitskosten und Verkehrsdaten für Deutschland ausgewertet. Anschließend fanden Berechnungen statt, die die anteiligen Kosten eines unausgewogenen Verzehrs von Zucker, Salz und gesättigten Fetten berücksichtigten. Laut den durch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) vorgegebenen Richtwerten für diese speziellen Stoffgruppen liegen die Deutschen im Schnitt deutlich darüber mit dem Verzehr ungesunder Nahrungsmittel. Insgesamt fungierten 22 unterschiedliche Krankheitsbilder als Untersuchungsgegenstand.

Unter dem Zusammenschluss „Allianz NatLife 2020“ forschen Universitäten zusammen mit Unternehmen an biologisch aktiven Naturstoffen für Nahrungsmittel-Unternehmen. Die ungesunde Ernährung nimmt einen immer höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft ein. Hektik im Alltag und wenig Zeit für Essen lassen Fast Food regelmäßig als Alternative entschuldigen. Experten schlagen jedoch Alarm. Ändern sich die Essgewohnheiten der Europäer nicht maßgeblich, wird es Studien zufolge im Jahr 2030 kaum noch normalgewichtige Menschen geben. Um den Appetit auf ungesunde Nahrungsquellen in Zukunft ein wenig zu vermiesen forderten Ärzte auch schon die Einführung einer Fettsteuer. Problematisch ist nach wie vor, dass Fast Food wesentlich günstiger ist als gesunde Lebensmittel. Ein Lösungsansatz wäre dabei, unegsunde Lebensmittel teurer zu machen und dafür die gesunden Erzeugnisse zu vergünstigen.

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1 Kommentar

  1. Martin

    22. September 2015 at 15:13

    Dass die Menschen heutzutage zu viel Salz und Fett zu sich nehmen ist klar. Das sind aber nicht die einzigen Faktoren, durch die hohe Krankheitskosten verursacht werden. Gründe für die modernen Zivilisationskrankheiten gibt es viele http://www.berufsunfähigkeitsversicherungen-testsieger.de/2015/06/18/zivilisationskrankheiten-die-groesste-epidemie-der-menschheit-und-hauptursache-fuer-berufsunfaehigkeit/
    Da reicht es nicht, eine Fett- und Salzsteuer zu erheben. Die Menschen müssen selbst darauf kommen, ihr selbstzerstörerisches Verhalten zu ändern. Zwang ist hier sicherlich der falsche Weg. Bessere Aufklärung, z.B. im Schulunterricht würde sicher mehr bewirken.

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