Die Brennstoffzellentechnologie gehört zu den umweltfreundlichsten Antriebstechnologien. Dabei wird Wasserstoff als Antriebskraft genutzt, um einen Elektromotor anzutreiben. Abgase entstehen dabei keine, es wird lediglich harmloser Wasserdampf freigesetzt. In vielen Bereichen setzen daher Unternehmen bereits auf diese Technologie. So wird in Deutschland bald der weltweit erste serienmäßige Wasserstoffzug seinen Betrieb aufnehmen. Toyota hat zudem ein Auto entwickelt, das im Notfall auch Strom für den eigenen Haushalt produzieren kann. Forscher in San Francisco haben nun eine Studie präsentiert, in der der Wasserstoffantrieb für eine klimafreundliche Alternative im Schiffsverkehr sorgen soll. Die Besonderheit dabei: Die Fähre soll mindestens so leistungsfähig sein wie ein Schiff mit Dieselmotor.


Image courtesy of Sandia National Laboratories
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Die meiste Zeit ist das Schiff mit 35 Knoten unterwegs

So kann die entworfene Wasserstofffähre insgesamt 150 Passagiere aufnehmen und über eine insgesamt achtzig Kilometer lange Rundstrecke mit vier Haltepunkten transportieren. 65 Prozent der Strecke durch die Bay Area im Norden Kaliforniens können zudem mit einer Geschwindigkeit von 35 Knoten – etwa 63 Stundenkilometern – befahren werden. Der Wasserstofftank befindet sich dabei auf dem Oberdeck und brachte zunächst einige Probleme mit sich. „Ein solches Boot wurde noch nie zuvor gebaut. Wasserstoffzellen sind bei gleicher Leistung schwerer als Dieselmotoren, daher war es schwierig das richtige Verhältnis zwischen Leistungsstärke und Gewicht zu finden“, erläutert der Ingenieur Curt Leffers, der an der Entwicklung der Fähre beteiligt war. Zudem musste sichergestellt werden, dass der Wasserstofftank keine Gefahr für die Passagiere darstellt.

Die hohen Kosten könnten einen Einsatz verhindern

Inzwischen wurden diese Probleme allerdings gelöst. Die Wasserstoff-Fähre hat dafür auch einige Vorteile gegenüber der konventionellen Dieselfähre. So ist sie nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch leiser und lässt sich deutlich einfacher navigieren. Zudem besteht nicht mehr die Gefahr, dass kleine Diesellecks zur Verschmutzung des Wassers führen. Ob die SF-BREEZE genannte Fähre mit der modernen Antriebstechnik allerdings tatsächlich in Kalifornien zum Einsatz kommen wird, steht noch in den Sternen. Denn sowohl bei der Anschaffung als auch während des laufenden Betriebs ist sie deutlich teurer als die herkömmliche Variante.


Via: Sandia National Laboratories

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