Lange Jahre herrschte in Burkina Faso eine strenge Diktatur. Dann allerdings erhob sich das Volk und erkämpfte sich ein Recht auf Mitbestimmung. Während der revolutionären Unruhen wurde unter anderem auch das alte Parlamentsgebäude zerstört. Der aus dem afrikanischen Land stammende Architekt Francis Kéré hat daher nun ein neues Gebäude entworfen. Er selbst spricht dabei von einem grünen Ziggurat. Unter einem Ziggurat versteht man einen mesopotamischen Turm mit mehreren Stufen. Die biblische Geschichte des Turmbau zu Babel bezieht sich auf ein solches Bauwerk. In dem neuen Entwurf wurde nun die traditionelle Bauweise mit lokalen Traditionen und grünen Elementen kombiniert. Das Ergebnis könnte ein Bauwerk sein, das für die Hauptstadt prägend wird.


Bild: Kere Architecture

Der Tree of Discussion ist eine alte Tradition

Denn schon von weitem soll der grüne Anspruch des Gebäudes sichtbar werden: Die einzelnen Stufen werden daher mit Bäumen bepflanzt. Die Bürger des Landes und interessierte Touristen können diese Parks durchwandern und am Ende auf der höchsten Ebene einen Blick über die Stadt genießen. Im Inneren des Gebäudes befindet sich an zentraler Stelle ebenfalls ein Baum. Dort treffen sich der Legende nach die Vetreter der Bevölkerung und diskutieren die Probleme des Landes. Faktisch handelt es sich inzwischen aber natürlich um ein Symbol. Die Abgeordneten des Parlaments erhalten geeignete und moderne Räumlichkeiten für ihre Beratungen.

Die Landwirtschaft spielt eine zentrale Rolle

Das geplante Gebäude soll zudem die Landwirtschaft befördern. Einmal ganz praktisch: Die Fassade spendet wertvollen Schatten, der für den Anbau von Pflanzen genutzt werden kann. In den hängenden Gärten sollen aber auch Kurse stattfinden, in denen beispielsweise neue und bessere Anbaumethoden vermittelt werden können. Neunzig Prozent der Bevölkerung gelten als Selbstversorger. Auch die Vergangenheit spielt in dem Entwurf eine große Rolle. So wird es einen Erinnerungspark geben, in dem an die Revolution des Jahres 2004 erinnert wird. Außerdem sollen die Reste des alten Parlamentsgebäudes integriert werden. Dort wird Regenwasser aufgefangen und gespeichert. Auf diese Weise soll der Frischwasserverbrauch des Gebäudes niedrig gehalten werden.


Via: Inhabitat

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