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Syriens historische Bauten werden für die Nachwelt in 3D digitalisiert

Der Krieg in Syrien tobt mittlerweile seit mehr als fünf Jahren. Was für Zerstörungen dabei angerichtet wurden, zeigten vor einiger Zeit beeindruckende Drohnenaufnahmen aus der Stadt Homs. Kaum ein unversehrtes Haus war dort noch zu sehen. Der „Islamische Staat“ geht aber noch einen Schritt weiter: Er zerstört auch ganz bewusst historische Bauten – etwa weil er alte Tempel für unislamisch hält. Ein Aufschrei ging beispielsweise durch die internationale Kulturszene, als die selbst ernannten Gotteskrieger vor einiger Zeit die antike Oasenstadt Palmyra zerstörten. Forscher aus Frankreich und Syrien machen sich daher nun daran, zumindest einen Teil dieses Erbes der Menschheit in digitaler Form zu retten.

Die Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers Foto: By Xvlun (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Die Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers Foto: By Xvlun (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Zu Syriens archäologischem Erbe gehören Moscheen und Kreuzfahrerburgen

Dazu sollen von den bedeutendsten historischen Stätten in Syrien detaillierte 3D-Aufnahmen gemacht werden. Im Idealfall können diese Bilder dann später bei der originalgetreuen Restaurierung der Bauwerke helfen. Andernfalls vermitteln sie zumindest zukünftigen Generationen einen möglichst akkuraten Eindruck von Art und Stil der Bauwerke. Zu den auf diese Weise für die Ewigkeit festgehaltenen historischen Bauwerken gehört beispielsweise die Umayyaden-Moschee in Damaskus. Diese wird nicht nur teilweise als viertheiligste Stätte des Islam bezeichnet, sondern war auch architektonisches Vorbild für zahlreiche spätere Moscheebauten in aller Welt. Ebenso für die Nachwelt gesichert werden sollen 3D-Bilder der Kreuzfahrerburg Krak des Chevaliers in der Nähe von Homs.

Der Triumphbogen von Palmyra soll am Times Square wieder auferstehen

Die Technik für die detaillierten 3D-Aufnahmen wurde dabei eigens von dem französischen Startup Iconem entwickelt. Einen etwas anderen Weg geht das Institut für digitale Archäologie, hinter dem unter anderem die Universitäten von Oxford und Harvard stehen. Dieses verteilte 5.000 günstige handelsübliche 3D-Kameras an Archäologen und Nichtregierungsorganisationen und hofft auf diese Weise so viele Bilder wie möglich zu sammeln – die später dann ausgewertet und sortiert werden können. Ein gutes 3D-Bild kann dann helfen die historischen Bauten zumindest teilweise wieder zum Leben zu erwecken. So soll im April ein 3D-Nachdruck des Triumphbogens von Palmyra in Originalgröße auf dem New Yorker Times Square und dem Londoner Trafalgar Square präsentiert werden.

Via: Phys.org

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