Die Problematik wird durch eine einfache Statistik ausgedrückt: Mehr als die Hälfte der Frauen in Tansania bringt ihre Kinder auf die Welt, ohne dass ausgebildetes Personal dabei hilft. Teilweise hat dies dramatische Folgen: Die Zahl der Frauen, die bei der Geburt sterben, ist verhältnismäßig hoch. Ein Transport ins Krankenhaus ist aber oftmals nicht möglich, weil die schlecht ausgebauten Straßen von normalen Krankenwagen nicht befahren werden können. Im Normalfall werden Waren und Personen daher mit dem Motorrad transportiert. Viele Fahrer weigern sich aber, schwangere Frauen auf dem Rücksitz zu transportieren, weil sie Angst haben, dass es unterwegs zu Komplikationen kommt. Außerdem ist eine solche Fahrt für eine Schwangere auch alles andere als angenehm oder empfehlenswert.


Foto: MIT Sloan School of Management

Auch für den Transport von kranken und älteren Menschen eignet sich der Anhänger

Eine Organisation namens Okoa Project hat daher nun eine Lösung präsentiert: Einen Anhänger, der einfach an jedes Motorrad angeschlossen werden kann und in dem ausreichend Platz ist, damit die schwangere Frau sich bequem hinlegen kann. Außerdem kann noch eine weitere Person – etwa der Ehemann – zur Unterstützung mitgenommen werden. Durch eine Plane ist die Person in dem Anhänger zudem vor der Sonnenstrahlung und dem Straßenstaub geschützt. Die Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeugs sind auch nicht auf den Transport von Schwangeren begrenzt. Vielmehr können auch andere kranke Personen damit vergleichsweise einfach und komfortabel in ein Krankenhaus oder zum nächsten Arzt transportiert werden.

Die offizielle Zulassung soll in den nächsten Wochen erfolgen

Die Initiatoren betonen zudem, dass der speziell konzipierte Anhänger ausschließlich aus lokal vorhandenen Materialien besteht und so günstig ist, dass er problemlos von lokalen Dorfgemeinschaften erworben werden kann. Aktuell arbeitet die Organisation an einem voll funktionstüchtigen Prototypen. Dieser muss dann noch einige Sicherheitstests durchlaufen und soll anschließend offiziell durch die Regierung zugelassen werden. Läuft alles nach Plan, könnte mit der Vermarktung des Anhängers dann bereits im Januar nächsten Jahres begonnen werden. Eva Boal, die als Studentin die Organisation hinter dem innovativen Krankentransporter mitgründete, wird dazu eigens nach Tansania ziehen. Dort hofft sie, die Leute vor Ort von den Vorteilen der Neuentwicklung überzeugen zu können.

Via: Phys.org


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