Das Heranwachsen und die Erziehung in anderen Kulturkreisen unterscheidet sich nicht selten drastisch von dem, was wir aus der westlichen Welt und ihrem Wertekanon kennen. So beispielsweise auch in Taiwan, wo die Hörigkeit gegenüber jeder Form von Obrigkeit in der Erziehung heranwachsender Menschen eine wesentlich größere Rolle spielt. Die Taiwanesische Designerin Yi-Fei Chen verarbeitet ihre kulturelle Konditionierung in einem Projekt im Rahmen ihres Masterstudiums an der Design Academy of Eindhoven auf eine interessante Art und Weise: Mit einer Art Waffe, die Tränen einfrieren und verschießen kann.


tear-gun

Designerin verarbeitet mit der Tear Gun Erziehung und Emotionen

Der Gedanke hinter der „Tear Gun“ ist es, vergossene Tränen als Geschosse gegen denjenigen verwenden zu können, der sie verursacht hat. In Yi-Fei Chens Fall war es ihr ehemaliger Tutor Jan Boelen, der sie dazu bewegte, kritisch zu denken und ihn und seine Meinungen herauszufordern, womit er sie zwang, sich mit ihrem kulturell verwurzelten Verhältnis zu Obrigkeiten auseinanderzusetzen. Die Herangehensweise ihres Tutors brachte Chen zum Weinen, was den Grundstein für die Idee hinter der „Tear Gun“ legte.


Die Tear Gun ist Chens Art, mit ehemals unterdrückten Emotionen und Gedanken umzugehen. Sie entwarf sozusagen eine Art Mittel, um für sich selber einzustehen.

Die Tear Gun verwendet echte Tränen als Munition, die vorher mit einer Art Silikonbehältnis aufgefangen wurden. In einem Blechzylinder wird die Tränenflüssigkeit anschließend gefroren. Die so entstehenden Eisklumpen werden anschließend als Geschoss verwendet.

 

Natürlich liegt in der Tear Gun kein praktischer Nutzen, aber sie ist ein schönes Beispiel, wie Design ein Weg sein kann, sich auszudrücken und persönliche Meinungen und Gefühle zu transportieren.

Yi Fei Chen stellte ihre Tear Gun im Rahmen der Abschluss-Show ihres Studiengangs auf der Dutch Design Week 2016 vor.

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