Wie bei so vielen neuen Entwicklungen gibt es bisher nur einen englischen Ausdruck, der sich schwer ins Deutsche übersetzen lässt: „Vehicle to Grid“ lautet das Zauberwort. Der Strom soll also nicht mehr nur aus dem öffentlichen Netz in die Batterie eines Elektroautos fließen, sondern bei Bedarf wird auch der umgekehrte Weg ermöglicht. Sinn macht dies aufgrund einer simplen Tatsache: Strom ist nicht immer gleich teuer. In Großbritannien beispielsweise kostet die Kilowattstunde in Zeiten von sehr schwacher Nachfrage lediglich fünf Cent. Kurz nach Feierabend im Winter steigt die Nachfrage aber massiv an – weshalb der Preis auf rund 25 Cent ansteigt. Wer also zum richtigen Moment kauft und verkauft, kann einen gewissen Profit erzielen.


Nissan Leaf 2016
Der Nissan Leaf kann in Großbritannien zukünftig auch Strom in das Netz einspeisen. Bild: Nissan

Die Stromkosten für das Auto könnten wieder hereingeholt werden

Aktuell funktionieren beispielsweise Pumpspeicherkraftwerke nach diesem Prinzip. Zukünftig soll dies aber auch mit Autobatterien möglich sein. Dafür hat Nissan eine Kooperation mit dem britischen Energieunternehmen Ovo begonnen. Ab dem nächsten Jahr sollen Besitzer des Nissan Leaf in Großbritannien die Vorteile von „Vehicle to Grid“ nutzen können. Im Idealfall soll es so möglich sein, die Kosten für den Stromverbrauch des Elektrofahrzeugs wieder hereinzuholen. Nach dem Kauf des Autos wären dann alle Fahrten faktisch kostenfrei. Ob sich dies allerdings tatsächlich realisieren lässt, hängt auch davon ab, wie oft das Fahrzeug in der Garage steht. Einen Vorteil hat die Technologie aber in jedem Fall: Für die volle Batterie ist es besser, manchmal Strom ins Netz abzugeben, als einfach dauerhaft am Kabel zu hängen.

Autos könnten als Speicher für Erneuerbare Energien dienen

Schätzungen gehen davon aus, dass es in Großbritannien bis zum Jahr 2021 rund eine Millionen Elektrofahrzeuge geben wird. Ovo berichtet zudem, dass auch andere Hersteller Interesse an der Technologie angemeldet haben. Rein theoretisch könnten die Autos somit später einmal als Speichertechnologie für die Erneuerbaren Energien gelten. Experten haben ausgerechnet, dass eine Millionen Elektroautos sieben Gigawatt an Strom einspeisen könnten – was in etwa der Produktion von zehn Kraftwerken entspricht. Auf diese Weise könnte die Elektrifizierung im Autosektor sogar gelingen, ohne dass extrem viel zusätzlicher Strom gewonnen werden muss.


Via: Inhabitat

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