Viele Kinder freuen sich, wenn im Winter der erste Schnee kommt. Für Flughafenbetreiber ist dies allerdings eine extrem stressige Zeit. Denn um den Flugplan einhalten zu können, müssen die Start- und Landebahnen regelmäßig geräumt werden. Kommt es dabei zu Problemen, drohen Flugausfälle und unzufriedene Passagiere. Die häufigste Ursache für eine nicht ausreichende Schneeräumung an Flughäfen: Personalmangel. Denn der Schneefall setzt oft vergleichsweise überraschend ein und die Betreiber können nicht rund um die Uhr ausreichend Mitarbeiter vor Ort haben. Der Autobauer Daimler hat daher nun gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber Fraport ein neues Konzept ausprobiert: Die fast fahrerlose Räumung eines Flugfeldes durch insgesamt vier miteinander kommunizierende Fahrzeuge.


Foto: Daimler

Ein Fahrer kann bis zu 14 Fahrzeuge in Betrieb nehmen

Getestet wurde die Technologie allerdings noch nicht unter realen Bedingungen am hochfrequentierten Frankfurter Flughafen, sondern auf dem ehemaligen Fliegerhorst Pferdsfeld. Ganz ohne menschliche Mitarbeiter geht es zudem noch nicht. Denn es handelt sich um eine Konvoi-Räumung. Im Leit-Fahrzeug sitzt daher auch weiterhin ein Fahrer, der mithilfe der dort vorhandenen Bedienelemente dann die gesamte Flotte steuern kann. Die einzelnen Räumfahrzeuge sind mit einer doppelten GPS-Ortung ausgestattet, kommunizieren aber auch untereinander und mit dem Remote Truck Interface (RTI). Alle 0,1 Sekunden erfolgt dabei ein kompletter Datenaustausch. In Pferdsfeld wurden Räumfahrzeuge des Typs Mercedes Benz Arcos 2045 AS genutzt. Theoretisch kann aber auch jedes andere Räumfahrzeug mit der Technologie ausgerüstet werden.

Bei extremen Wetterbedingungen sollen die Landebahnen schnell geräumt werden

Bei der nun erfolgten Demonstration kamen vier Fahrzeuge zum Einsatz. Die Räumung verlief also in etwa viermal so schnell, als wenn der menschliche Fahrer alleine mit seinem Fahrzeug unterwegs gewesen wäre. Rein technisch geht es sogar noch deutlich schneller: Bis zu 14 Räumfahrzeuge lassen sich zu einem gemeinsam arbeitenden Konvoi zusammenfassen. Insbesondere bei kurzfristig auftretenden extremen Witterungslagen könnte die neue Technologie helfen, den Flughafenbetrieb möglichst weitgehend aufrecht zu erhalten. Eine ausgefeilte Personalplanung wäre dafür dann nicht mehr notwendig. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Daimler zudem auch bei Lastwagen: Beim sogenannten Platooning fahren die LKWs des Konzerns automatisiert im Konvoi hintereinander und sollen so Sprit sparen können.

Via: Daimler


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