Kondome gehören weltweit zu den am meisten genutzten Verhütungsverfahren. Sie schützen nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten.Eine Gruppe Teenager hat diesen Schutz noch verbessert. Sie erfanden ein Kondom, dass beim Kontakt mit Geschlechtskrankheiten die Farbe wechselt.


Foto:  كبوت / condoms, Paul Keller, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: كبوت / condoms, Paul Keller, Flickr, CC BY-SA 2.0

Farbiger Schimmer warnt vor Geschlechtskrankheiten

Mit ihrem Kondom namens S.T.EYE gewannen die Jugendlichen die TeenTech Awards in London in der Kategorie Gesundheit. Die TeenTech Awards finden einmal im Jahr statt und ermuntern 11- bis 16-jährige Teenager dazu, ihr volles wissenschaftliches Potential auszuschöpfen.

S.T.EYE existiert bisher nur in der Theorie, aber diese Theorie ist wasserdicht. Mit besonderen Molekülen auf der Oberfläche des Kondoms sollen bestimmte Pathogene erkannt und visuell angezeigt werden. Das Kondom würde bei Kontakt mit Chlamydien einen gelben Schimmer annehmen, während humane Papilloviren (HPV), die einer der Hauptauslöser für Gebärmutterhalskrebs sind, mit einem violetten Schimmer angezeigt werden würden. Syphilis würde einen blauen Schimmer hervorrufen.


Nach Angaben des Center for Desease Control gibt es allein in den USA jedes Jahr 20 Millionen Neuinfektionen mit Geschlechtskrankheiten. In Deutschland hat das Sentinel-Programm des Robert-Koch-Instituts im Zeitraum von 2003–2008 5.081 Fälle von Chlamydien und 3.067 Fälle von Syphilis registriert. Dies kann jedoch nur als Trend angesehen werden, da nur ein Bruchteil der Infektionen über das Sentinel-Programm erfasst werden. Fakt ist aber: Auch hierzulande sind Geschlechtskrankheiten weiter ein Problem. 2013 wurden dem RKI insgesamt 5015 Syphilis-Fälle gemeldet (zum Verständnis: Das Meldesystem für meldepflichtige Krankheiten und das Sentinel-Programm arbeiten unabhängig voneinander). Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer für Geschlechtskrankheiten wesentlich höher ist.

Nächster Schritt: Ein Prototyp

Die Teenager Musaz Nawaz, Daanyaal Ali and Chirag Shah von der Isaac Newton Academy wollten etwas gegen die allgemein hohen Infektionsraten von Geschlechtskrankheiten unternehmen. “We created the S.T.EYE as a new way for STI detection to help the future of the next generation. We wanted to make something that made detecting harmful STIs safer than ever before, so that people can take immediate action in the privacy of their own homes without the often-scary procedures at the doctors. We’ve made sure we’re able to give peace of mind to users and make sure people can be even more responsible than ever before”, so Ali gegenüber der Daily Mail.

Das Team erhielt die Summe von 1.000 Pfund (etwa 1.500 €) für die weitere Entwicklung von S.T.EYE und bekommt den Preis im Buckingham Palace verliehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Jugendlichen ihr Projekt nicht aufgeben und einen Prototyp entwickeln.

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