Es war ein Paukenschlag im breit gefächerten Markt der deutschen Automobilzulieferer: Im vergangenen Jahr wurde der deutsche Mittelständler Grohmann Engineering durch den Elektroauto-Pionier Tesla übernommen. Die deutsche Firma ist spezialisiert auf den Bau von automatisierten Fertigungsanlagen für den Fahrzeugbau. Dies ist für Tesla von Bedeutung, weil mit dem Model 3 erstmals der Massenmarkt in Angriff genommen werden soll. Um dafür ausreichend Autos zu einem annehmbaren Preis zu produzieren, ist eine weitgehende Automatisierung erforderlich. Wie wichtig diese ist, zeigte sich im dritten Quartal dieses Jahres: Weil die Fertigungsanlage noch nicht fertig war, wurde der Tesla Model 3 noch weitgehend per Hand montiert – und gerade einmal 260 Exemplare fertig gestellt.


Der neue Tesla Model 3 soll nicht zuletzt mithilfe von deutschen Fertigungsanlagen produziert werden.  Foto: Elon Musk

Der Unmut in der Belegschaft war deutlich gewachsen

Doch so einleuchtend die Übernahme aus inhaltlicher Sicht auch war. Von Beginn an gab es Streit zwischen den langjährigen Mitarbeitern und dem neuen Besitzer. Dies begann mit der Tatsache, dass Grohmann lange Jahre fast die komplette deutsche Automobilindustrie belieferte – und sich nun nur auf Tesla konzentrieren sollte. Der ehemalige Chef Klaus Grohmann sollte zudem eigentlich im Unternehmen verbleiben, nahm aber nach wenigen Monaten seinen Hut. Am meisten Ärger verursachte aber das Thema Geld. Denn die Beschäftigten wurden nicht gemäß des Tarifvertrags für die Metall- und Elektroindustrie bezahlt, sondern erhielten knapp ein Drittel weniger. Die IG Metall hatte daher zwischenzeitlich sogar mit einem Streik gedroht. Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet, konnte nun aber eine Einigung zwischen Tesla und dem Betriebsrat erzielt werden.

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Zuletzt aktualisiert am 22.11.2017

So sieht die Einigung aus

1. Die Gehälter der Beschäftigten werden um rund dreißig Prozent angehoben. Sie liegen damit nun in etwa auf dem Niveau des Tarifvertrags.

2. Auch die Ausbildungsvergütung wird deutlich erhöht.


3. Die Mitarbeiter erhalten eine Jobgarantie bis zum Jahr 2022.

4. Einen offiziellen Beitritt zum Tarifvertrag gibt es nicht.

5. Die Vereinbarung gilt rückwirkend ab dem 01. Oktober 2017.

Bereits im Frühjahr hatte Elon Musk mit einigen Zugeständnissen versucht, die Belegschaft zu beruhigen. Damals wurden jedem Mitarbeiter Tesla-Aktien im Wert von 10.000 Euro sowie eine Einmalzahlung von 1.000 Euro versprochen. Außerdem wurde der Lohn in einem ersten Schritt um 150 Euro monatlich angehoben. Nun konnte der Betriebsrat noch einmal deutlich mehr herausholen.

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