In den USA kam es kürzlich erstmals in der Geschichte des Elektroautoherstellers zu einem tödlichen Unfall mit dem Autopiloten des Tesla Model S. Grund für den Zusammenstoß des teilweise selbstfahrenden Autos mir einem Sattelschlepper waren schlechte Sichtverhältnisse.


Tesla Model S P85D
Tesla Model S P85D

Hindernis nicht erkannt

Der Unfall ereignete sich bereits in Mai auf einem Highway im Bundesstaat Florida. Ein Tesla Model S stieß dort mit einem Sattelschlepper zusammen, der die Straße kreuzte. Bei dem Wagen war der Autopilot aktiviert, der Fahrer verstarb noch am Unfallort. Das Ereignis wurde nun von Tesla in dem unternehmenseigenen Blog dokumentiert.

Weder der Autopilot noch der Fahrer erkannten die weiße Seite des Lastzugs vor dem hell erleuchteten Himmel, also wurde die Bremse nicht verwendet. Die hohe Fahrhöhe des Anhängers kombiniert mit seiner Ausrichtung quer zur Straße und den extrem seltenen Bedingungen des Zusammenstoßes sorgten dafür, dass das Model S unter dem Anhänger hindurchfuhr, wobei dessen unterer Rand in die Windschutzscheibe des Model S einschlug,“ heißt es von Seiten Teslas. Hätte ich der Wagen dem Sattelzug nicht seitlich, sondern von vorne oder hinten genähert, wäre es nicht zu dem Unfall gekommen, so das Unternehmen.


Letztlich wurde der Fahrer also Opfer von unglücklichen Zufällen. Die Lichtverhältnisse führten dazu, dass der Autopilot das Hindernis optisch nicht erkannte, und das Radar des Model S hielt den Sattelschlepper scheinbar für ein vorausliegendes Verkehrszeichen.

Autopilot im Beta-Test

Der Autopilot von Tesla befindet sich momentan in einem öffentlichen Beta-Test, was dem Unternehmen bereits in der Vergangenheit Kritik einbrachte. Das System sei noch nicht ausgereift genug. Probleme bei der Erkennung von hellen Hindernissen vor grellem Licht sind eine in der Branche bekannte Schwäche von Autopiloten für Autos. Neben den Lichtverhältnissen gelten Eis, Schnee und Regen als weitere Schwachpunkte der Systeme.

Der Autopilot von Tesla ist deshalb standardmäßig deaktiviert, und das Unternehmen fordert von dem Fahrer, dass er die Hände am Lenkrad lässt und auch weiter den Verkehr beobachtet. Der Tesla überwacht dabei aktiv, ob der Fahrer noch durch eigene Lenkbewegungen das Fahrzeug steuert. Wie lange der Tesla toleriert, dass man nicht lenkt, hängt dabei von der Fahrsituation ab. Im aktuellen Entwicklungsstand sei der Autopilot nicht mehr als ein Assistenzssystem. Der Fahrer hätte das Hindernis von sich aus erkennen und jederzeit in die Steuerung durch den Autopiloten eingreifen können. Inwieweit genau der Fahrer sich an die Vorgaben des Autoherstellers hielt, ist noch unbekannt. Fakt ist aber: Sollte er sie alle eingehalten haben, spricht vieles dafür, dass der Unfall auch ohne den Autopiloten geschehen wäre. Tesla beteiligt sich an der Untersuchung des Vorfalls.

Computerfahrer sind dennoch sicherer als menschliche Fahrer

Auch wenn der Unfall der öffentlichen Akzeptanz für autonomes Fahren schaden dürfte, muss festgehalten werden, dass die automatischen Assistenzssysteme bereits jetzt weniger fehleranfällig sind als menschliche Fahrer. Wenn die Branche in ein paar Jahren soweit ist, dass autonomes, vernetztes Fahren der Standard ist, wird die Anzahl der Verkehrstoten stark zurückgehen.

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