Die Zahl sorgte für einen Schock bei den Aktionären von Tesla: Im dritten Quartal wurden gerade einmal 260 Fahrzeuge des neuen Model 3 produziert und ausgeliefert. Bei einer Warteliste von mehr als 500.000 Vorbestellungen ist dies nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Außerdem hatte Unternehmenschef Elon Musk angekündigt, alleine im September 1.500 Versionen des Model 3 bauen zu wollen. Was schief lief im Tesla-Werk in Fremont, enthüllt nun das Wallstreet Journal in einem Hintergrund-Bericht. Demnach wurde mit der Produktion der Autos bereits begonnen, bevor die groß angekündigte automatisierte Produktionsstraße fertig war. Für die Mitarbeiter bedeutete dies: Die einzelnen Autos wurden größtenteils noch per Hand zusammengeschraubt – was nicht nur extrem unüblich ist, sondern auch viel Zeit kostet.


Der Wagen von Elon Musk wurde noch pünktlich fertig. Danach kam es zu erheblichen Verzögerungen bei der Produktion des Tesla Model 3. Foto: Elon Musk

Auch bei der Batterie-Produktion kam es zu Problemen

Ähnliche Probleme sollen zudem auch im Batterie-Werk in Reno aufgetreten sein. Dies hatte Auswirkungen bis nach Deutschland: Kunden, die mit der Powerwall 2 einen Energiespeicher bei Tesla bestellt haben, müssen hierzulande deutlich länger auf ihre Bestellung warten als versprochen. Insider berichten, dass der Konzern die Synergieeffekte überschätzt hat, die bei der Produktion von Autobatterien und Energiespeichern entstehen. Tesla selbst hat bisher nur von „Produktionsengpässen“ gesprochen und wollte sich zu Details nicht äußern. Die Probleme sollen aber kurzfristig gelöst werden, so ein Sprecher. Zumindest im Auto-Werk in Fremont scheint die Produktionsanlage im September tatsächlich fertiggestellt worden sein.

Ein deutscher Anlagenbauer sollte bei der Automatisierung helfen

Unklar ist dennoch, ob das Ziel von 20.000 Model 3 im Dezember gehalten werden kann. Tesla muss für das neue Modell die Fertigung weitgehend automatisieren, da nur so der günstige Preis für den Massenmarkt realisiert werden kann. Dazu wurde eigens der deutsche Anlagenbauer Grohmann Engineering übernommen. Dort hatte es in der Vergangenheit aber Ärger mit der Belegschaft gegeben, weil sich die Mitarbeiter über schlechte Arbeitsbedingungen beschwerten. Unklar ist, ob diese Auseinandersetzungen zu den Verzögerungen beim Aufbau der automatisierten Produktion beigetragen haben. Klar ist aber auch: Es war nicht die erste Ankündigung von Elon Musk, die sich als zu ambitioniert erwies – und es dürfte auch nicht die letzte gewesen sein.


Via: Wallstreet Journal

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.