In der westlichen Welt wird oft davon ausgegangen, dass sich das Internet bereits bis in den letzten Winkel der Welt verbreitet hat. Dies stimmt aber nur zum Teil. In Indien beispielsweise gibt es bisher 460 Millionen Internetnutzer. Was viel klingt, ist in Wahrheit nur etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung. Langfristig wird dies zum Problem, weil eine mangelnde technologische Anbindung die wirtschaftliche Entwicklung behindert und dafür sorgt, dass das Leben auf dem Land immer unattraktiver wird. Auf Dauer könnte dies also den ohnehin schon starken Zuzug in die indischen Metropolen weiter befördern. Die indische Regierung will nun aber gegensteuern und in einem ersten Schritt 1.050 abgelegene Dörfer mit WLAN-Türmen ausstatten.


Indische Dorfbewohner arbeiten auf einem Reisfeld
Foto: By Tierecke at Hebrew Wikipedia [CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

Langfristig sollen alle abgelegenen Dörfer mit Internet versorgt werden

Kosten wird das Projekt rund 63 Millionen Dollar. Es liegen zudem bereits Pläne in der Schublade, die entsprechende Infrastruktur auch landesweit auszubauen. Bei der Größe des indischen Kontinents dürfte das allerdings eine Mammutaufgabe werden. Über passende Empfangsgeräte muss sich die Regierung zumindest keine Gedanken machen. Smartphones sind in Indien bereits weit verbreitet. Lediglich die fehlende Bandbreite hindert viele daran, regelmäßig online zu sein. Der Bau der WLAN-Türme soll nun helfen, diesen Missstand zu beheben. Die Nutzung des WLAN-Netzes innerhalb der Dörfer wird dabei kostenfrei sein, um wirklich allen eine digitale Teilhabe zu ermöglichen. Langfristig soll das ambitionierte Projekt die Lebensqualität steigern und eine wirtschaftliche Entwicklung in Gang setzen.

Auch Google und Facebook wollen Leute online bringen

Neben der indischen Regierung haben auch Technologiekonzerne wie Google und Facebook ein vitales Interesse daran, dass immer mehr Menschen eine Internetverbindung erhalten. Denn nur so können die Firmen ihre Nutzerzahlen immer weiter steigern. Zum einen setzen die Unternehmen dabei auf kleinere lokale Maßnahmen. So hat Google inzwischen mehr als einhundert Bahnhöfe mit WLAN ausgestattet. Langfristig soll aber moderne Technik helfen, das Internet in abgelegene Gebiete zu bringen. Google setzt dabei im Rahmen des Loon-Projekts auf heliumgefüllte Ballons. Facebook hingegen möchte solarbetriebene Drohnen nutzen. Beide Konzerne haben dabei das Ziel, die nächste Milliarde Menschen online zu bringen. Die indische Regierung hilft nun, diese Zielmarke zu erreichen.


Via: CNN Money

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