Im nur von Europäern für prüde gehaltenen Amerika gehört es wohl zum guten Ton, dass ein Ehebrecher sich für eine Angelegenheit, die nur ihn und seine Frau (sowie evtl. seine Gespielinnen) etwas angeht, öffentlich entschuldigen muss. Klar steht da auch der Druck der Sponsoren hinter, zudem kann man nicht davon ausgehen, dass Tiger Woods seine sportliche Karriere jetzt schon beenden möchte. Golf ist schließlich der Sport, den man am allerlängsten ausüben kann. Neben Kneipen“sportarten“ wie Darts, Billard oder Pokern. Da ginge ihm eine schöne Stange Geld verloren. Also biss Tiger Woods aus hiesiger Sicht unverständlicher Weise in den sauren Apfel, verordnete sich selbst eine Pressekonferenz, deren Stätte mit Canossa noch untertrieben beschrieben wäre.


Er sei krank, zuletzt in stationärer Behandlung gewesen. Er müsse sich ändern, er wisse nicht, wieso er all das seiner Frau angetan habe und überhaupt sei er eigentlich ein großes Arschloch gewesen, das geblendet vom eigenen Ruhm und Geld das draufgängerische Leben genossen habe. Man muss jetzt an dieser Stelle nicht diskutieren, ob das moralisch ist oder nicht, fraglos würde kein kleiner Teil der nun gaffenden Beobachter gerne tauschen wollen.


Was ihm zum Problem werden könnte, ist, dass er im amerikanischen, erzchristlich geprägten Leben zugegeben hat, dem Buddhismus nahe zu stehen, der ihm aus seiner „Krise“ (wie gesagt, solche Krisen hätten wirklich viele gerne) heraushelfen möge. Er werde an sich arbeiten.

Wann er wieder an seinem Golfspiel arbeitet, hat er allerdings nicht verraten, was seine Fans, die er zweifelsohne noch hat, und Sponsoren, die er nicht mehr ganz so zweifelsfrei hat, im Ungewissen lässt, wie es mit dem größten Golfwunder aller Zeiten weitergehen wird. Dabei bräuchte er doch beim Golf nicht mal Schmährufe skandierende Fans wie beim europäischen Fußball zu befürchten. John Terry, der zwar ebenfall seine Ehe brach, aber nur ein Mal, dabei jedoch leider Gottes (sic!) mit der Ex-Partnerin (Vanessa Peroncel) eines Teamkollegen, hat es da schon viel schwieriger … steht aber auch längst schon wieder auf dem Platz.

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3 Kommentare

  1. Tim

    20. Februar 2010 at 14:31

    Der Artikel ist ja ganz interessant…aber wo liegt da der „Trend der Zukunft“?

  2. Trends der Zukunft

    20. Februar 2010 at 14:53

    Tja, neue Autoren brauchen ihre Chance zum ausprobieren 😉 Feedback hilft ihm sicher weiter.

  3. Desirae Vilven

    9. Mai 2010 at 13:08

    Looks as if Tiger Woods has lost his magic nowadays. What a useless finish in the Florida Championship.

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