Das Statistische Bundesamt erfasst seit dem Jahr 2014 auch Unfälle mit Pedelecs. Unter diesem Sammelbegriff werden alle Fahrräder zusammengefasst, bei denen der Fahrer von einem Elektromotor unterstützt wird. Demnach gab es im vergangenen Jahr 4.300 Unfälle, die einen Personenschaden zur Folge hatten. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr lag bei stolzen 28 Prozent. Die Zahl der Todesopfer verdoppelte sich gegenüber dem Jahr 2014 sogar und lag bei 55. Klar ist: Die Statistik erfasst nicht, wer den Unfall verschuldet hat. Dennoch haben Experten 5 Punkte identifiziert, die bei dem Anstieg der Zahlen eine Rolle spielen.


Cono Drive
ConoDrive: Auch klassische Fahrräder können nachgerüstet werden.

1. Es werden immer mehr Pedelecs verkauft

Alleine im Jahr 2017 hat die Zahl der Fahrräder mit Elektromotor in Deutschland um 700.000 Exemplare zugelegt. Insgesamt gibt es damit rund 3,5 Millionen Pedelecs auf den Straßen unseres Landes. Rein statistisch steigt damit natürlich auch die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls mit einem der motorisierten Fahrräder.


2. Die Fähigkeiten der Fahrer

Pedelecs werden überproportional häufig von älteren Menschen genutzt und sind vergleichsweise schnell unterwegs. Dadurch kommt es oftmals vor, dass Fahrer schneller unterwegs sind als es ihre Fähigkeiten eigentlich erlauben würden. Eine zentrale Rolle in diesem Zusammenhang spielt oft mangelndes Training. Insbesondere nach längeren Phasen ohne eigenes Rad empfehlen Experten daher, zunächst langsam und vorsichtig zu fahren.

3. Überhöhte Geschwindigkeit

Rund ein Drittel der Unfälle lässt sich Experten zufolge auf eine überhöhte Geschwindigkeit zurückführen. Der Elektromotor verführt einige Fahrer offensichtlich dazu, schneller zu fahren als dies in einigen Situationen angemessen ist.

4. Illegal getunte Pedelecs

Eine Software sorgt im Normalfall dafür, dass die E-Bikes nicht schneller als 25 Kilometer in der Stunde fahren können. Bei schnelleren Modellen ist hingegen ein Führerschein Pflicht. Ähnlich wie bei Mopeds kann diese Beschränkung aber mit etwas technischem Geschick umgangen werden. Aus sicherheitstechnischer Sicht ist dies sehr bedenklich und erklärt einen Teil der steigenden Unfallzahlen.

5. Unvorsichtige Autofahrer

Noch immer liegt die absolute Zahl der getöteten konventionellen Radfahrer aber rund sechsmal so hoch wie bei den Pedelecs. In beiden Fällen lassen sich die Unfälle zu oft auf Auto- und Lastwagenfahrer zurückführen, die nicht mit der gebotenen Umsicht und Rücksichtnahme agieren. Der Ausbau von sicheren Fahrradwegen könnte hier einen Ausweg bieten.

Via: Der Spiegel

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

1 Kommentar

  1. Olaf Barheine

    22. Januar 2018 at 15:15

    Meine Top 3: falsche Sitzposition, Unachtsamkeit und nicht richtig bremsen können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.