Die Verschwendung von Nahrungsmitteln ist weltweit ein oft diskutiertes Thema. Bereits vor gut einem Jahr haben wir daher über die in Dänemark entwickelte App „Too Good to Go“ berichtet. Diese bietet Restaurantbesitzern die Möglichkeit, übrig gebliebenes Essen zu reduzierten Preisen an interessierte Kunden zu verkaufen. Die Nutzer zahlen pro Mahlzeit nur zwischen zwei und vier Euro – müssen sich dafür aber auch mit dem vorhandenen Angebot begnügen. Außerdem ist kein Lieferservice enthalten, das Essen muss also von den Kunden selbst abgeholt werden.


Im Idealfall bietet die „Too Good to Go“ App so die Möglichkeit, die Menge an verschwendeten Lebensmitteln stark zu reduzieren. Nun sind die Gründer Peter Wiedeking, Julian Stützer, Thomas Björn Momsen, Klaus Pedersen und Stian Olesen in der Höhle der Löwen zu Gast.

Gleich fünf Gründer von "Too Good to Go" hoffen in der Höhle der Löwen auf ein Investment
Gleich fünf Gründer von „Too Good to Go“ hoffen in der Höhle der Löwen auf ein Investment. Foto: Bernd-Michael Maurer / Vox

1,5 Millionen Mahlzeiten konnten schon gerettet werden

Dort können sie bereits mit einigen interessanten Zahlen argumentieren. So ist die App inzwischen in sechs Ländern verfügbar. Konkret handelt es sich bei den bereits abgedeckten Märkten um Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Großbritannien und die Schweiz. In diesen Ländern wurden bisher 1,5 Millionen Mahlzeiten vermittelt, die andernfalls einfach auf dem Müll gelandet wären. Dadurch wurden alleine 2.500 Tonnen CO2 eingespart. Aber auch die Restaurants und die Kunden haben jeweils ein gutes Geschäft gemacht: Der Essenszubereiter konnte für seine Arbeit zumindest noch eine kleine Einnahme verbuchen und der Käufer von den reduzierten Preisen profitieren.

Die Unternehmensbewertung erscheint auf den ersten Blick sehr hoch

Grundsätzlich ist auch noch ausreichend Wachstumspotential vorhanden. Denn alleine in Deutschland werden jährlich 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen, weil sie aus rechtlichen Gründen nicht mehr verkauft werden dürfen, obwohl sie noch absolut genießbar sind. Für die weitere Expansion ihrer App benötigen die Gründer von „Too Good to Go“ nun allerdings zusätzliches Kapital und wagen sich daher in „Die Höhle der Löwen“. Ihr Angebot dort hat es allerdings in sich: Für fünf Prozent der Firmenanteile möchten sie eine Millionen Euro erhalten. Demnach wäre das gesamte Startup bereits zwanzig Millionen Euro wert. Es dürfte spannend werden zu beobachten, wie die Gründer diese hohe Bewertung begründen.


Konkurrenten könnten recht schnell ein ähnliches Angebot etablieren

Denn Carsten Maschmeyer legt in der Höhle der Löwen beispielsweise immer viel Wert auf bereits vorhandene Nutzerzahlen. Diese können bei 1,5 Millionen vermittelten Speisen allerdings noch nicht so hoch sein, dass sich dadurch alleine die stolze Bewertung erklären lässt. Problematisch dürfte zudem sein, dass sich die Idee nicht patentieren lässt. Theoretisch könnten also beispielsweise Lieferando und Delivery Hero schon sehr zeitnah ein ähnliches Angebot auf den Markt bringen. Auch so etwas ist in der Höhle der Löwen bisher nicht gut angekommen. Das Thema Nachhaltigkeit wiederum könnte das Interesse einiger Investoren wecken – so legt Judith Williams etwa beim Essen viel Wert auf dieses Thema.

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