Jährlich sterben etwa acht Millionen Menschen an einer der zahlreichen Krebserkrankungen. Rund 70 Prozent davon kommen aus Asien, Afrika, Zentral- und Südamerika. Dort ist die medizinische Infrastruktur oftmals nicht auf allerhöchstem Niveau. Vielfach fehlt es an Labors und geschultem Personal zur Analyse von Blutproben. Wissenschaftler der Loughborough University haben daher nun eine Lösung entwickelt: Ein Minilabor, das in eine Handtasche passt, leicht zu transportieren, simpel zu bedienen und vergleichsweise kostengünstig ist. Es kann dann genutzt werden, um Blutproben auf Biomarker zu testen, die auf Krebs hindeuten können. Der ganze Prozess dauert dabei nur rund 15 Minuten.


Copyright:  Loughborough University
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Teststreifen analysieren vollständige Blutproben

Die Besonderheit des Minilabors liegt vor allem in der einfachen Handhabung. Denn erstmals kann das Blut als Ganzes untersucht werden. Die Blutproben müssen also zuvor nicht mehr extra präpariert werden. Es ist vor allem dieser Arbeitsschritt, der normalerweise viel Zeit in Anspruch nimmt und nur in gut ausgestatteten Labors durchgeführt werden kann. Die Technik funktioniert dabei – ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest – mit Hilfe von speziellen Teststreifen. Die Ergebnisse können dann noch vor Ort ausgewertet werden – dazu ist in dem Laborset auch ein tragbarer Computer enthalten. Die Idee dahinter ist, dass zukünftig nicht mehr alle Blutproben ins Labor geschafft werden müssen.

Bei einem positiven Test muss der Patient zum Arzt

Vielmehr kann das neue Minilabor zur Früherkennung von Krebs auch zu den Patienten kommen. Weist die Blutprobe dann allerdings wirklich auf Krebs hin, muss der Patient natürlich einen Arzt aufsuchen, der weitere Tests vornimmt. „Das tragbare Labor kann wirklich einen Unterschied machen und das Level der Krebserkennung in Entwicklungsländern, in denen normale Leute für gewöhnlich keinen so einfachen Zugang zur Früherkennung haben, massiv erhöhen“, weist Dr. Nunu Reis, der das Minilabor konzipiert und entwickelt hat, auf die Vorteile seiner Erfindung hin.


Via: Loughborough University

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