Der Mars gilt als nächstes großes Projekt der weltweiten Weltraumforschung. Sowohl staatliche Institutionen als auch private Firmen haben es sich zum Ziel gesetzt, in absehbarer Zeit Menschen auf den roten Planeten zu bringen. Um vor Ort allerdings auch wertvolle Erkenntnisse gewinnen zu können, ist eine entsprechende Ausrüstung notwendig. So wäre es beispielsweise wenig sinnvoll, die Astronauten wie ein mittelalterlicher Kartograph den Planeten ablaufen und Skizzen anfertigen zu lassen. Stattdessen sollen Drohnen diese Aufgabe übernehmen. Bereits vor kurzem wurde bekannt, dass die NASA bereits an entsprechenden Flugobjekten arbeitet. Selbiges gilt auch für die Europäische Raumfahrtagentur ESA, die nun ein besonderes Testfeld erprobt hat: Schwer zugängliche sizilianische Höhlen.


ESA, Natalino Russo, CC BY-SA 3.0

Die Arbeit in Höhlen soll den Einsatz auf fremden Planeten simulieren

Den Angaben der beteiligten Forscher zufolge ähnelt die Erforschung einer Höhle stark der Arbeit bei der Erkundung fremder Planeten. Dies beginnt beim Mangel an Sonnenlicht und geht bis hin zu der Tatsache, dass die Technik vor Ort nur schwer repariert werden kann – und daher besonders sicher und robust sein muss. Außerdem herrschten in der La Cucchiara Höhle Temperaturen von rund 37 Grad Celsius, weshalb mit Kühlwesten experimentiert wurde, die ebenfalls später einmal in der Raumfahrt zum Einsatz kommen könnten. Um die Verknüpfung zwischen Höhlenforschung und Raumfahrt zu nutzen, war in Sizilien auch der italienische Astronaut Luca Parmitano vor Ort. Er sammelte geologische Proben und nutzte die Drohne, um für ihn nicht erreichbare Gebiete zu erfassen.

Die Drohne wurden gezielt gegen Wände geflogen

Die Drohne selbst wurde von der Firma Flyability konstruiert und nutzte eine Wärmebildkamera, um das Innere der Höhle aufzuzeichnen. Sie wies zudem eine Besonderheit auf: Der Flieger war so gebaut, dass er teilweise gezielt gegen die Höhlenwände geflogen werden konnte, um detaillierte Vermessungen vorzunehmen. Außerdem konnten mithilfe der Drohne auch geologische Proben in Bereichen genommen werden, die von Menschen sonst nur schwer zu erreichen gewesen wären. Später einmal soll die Technologie dann genutzt werden, um beispielsweise Lava-Höhlen auf dem Mars zu erkunden. Ziel der ESA ist es, dass die menschlichen Astronauten und die fliegenden Drohnen so zusammenarbeiten, dass am Ende ein wissenschaftlicher Mehrwert entsteht. Die Ergebnisse der Tests in Sizilien wurden anschließend auf einer Konferenz in Palermo präsentiert.


Via: Treehugger

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