Bei geschäftlichen Verhandlungen oder einem Date kann es von entscheidender Bedeutung sein, zu verstehen, was der Gegenüber tatsächlich denkt. Bisher allerdings bleibt bei der Interpretation von Emotionen immer ein letzter Rest an Ungewissheit. Das kanadische Startup NuraLogix möchte dies nun ändern. Die junge Firma arbeitet an einer Technologie namens „Transdermal Optical Imaging“. Diese soll später einmal in der Lage sein, anhand eines einfachen Smartphone-Videos die Emotionen eines Menschen zu deuten. Was wie eine Vision aus ferner Zukunft klingt, soll schon bald Realität werden: Nach Angaben des Startups soll die Technik bereits im nächsten Jahr einsatzfähig sein. Langfristiges Ziel ist dann die Entwicklung einer darauf basierenden Smartphone-App.


Samsung Edge

Lügen führen zu einer veränderten Hämoglobinkonzentration

Möglich werden soll dies durch eine Analyse der Durchblutung des Gesichts. Bereits in der Vergangenheit haben Studien dabei gezeigt, dass Emotionen den Blutfluss und die Hämoglobinkonzentration beeinflussen. Die Veränderungen lassen sich dabei vom Gehirn nicht steuern, sondern passieren automatisch – je nach dem welche Emotion gerade verarbeitet wird. Genau dies will die neue Software nun ausnutzen: Diese soll anhand der sich verändernden Hautfarbe und des Blutflusses erkennen, welche Emotion ein Mensch gerade empfindet. Das selbe Prinzip soll dann auch als Lügendetektor funktionieren: So verändert sich der Blutfluss auch, wenn jemand gerade eine Lüge erzählt – was auch auf Video zu erkennen sein soll.


Vor Gericht kann die Technologie nicht verwendet werden

Vor Gericht wird die neue Technik allerdings nicht eingesetzt werden können – ebenso wie alle anderen bisher zur Verfügung stehenden Lügendetektoren. Zwar sind beispielsweise auch Gentests nicht vollkommen frei von Fehlern – die Fehlerrate liegt allerdings bei rund eins zu einer Millionen und damit im akzeptablen Bereich. Die geplante App hingegen soll zwar in den meisten Fällen richtig liegen, erhebt aber keinen Anspruch auf Perfektion. Hinzu kommen natürlich ethische und moralische Fragen: Denn natürlich besitzt jeder das Recht seine Emotionen zu verstecken.

Via: Motherboard

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