Die Internationale Grüne Woche in Berlin ist ein wahres Paradies für Feinschmecker. Aussteller aus aller Welt strömen in die Messehallen, um bekannte und ausgefallene Produkte einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch eine vergleichsweise kleine Brauerei aus der lettischen Hauptstadt Riga betrieb einen eigenen Stand. Dort sehr beliebt: Das fruchtige Cannabis-Ingwer-Bier. Genutzt werden während der Herstellung allerdings ausschließlich die harmlosen männlichen Hanfpflanzen. Der Besitz der weiblichen Hanfpflanze ist in Lettland hingegen ebenso verboten wie in Deutschland. Dennoch entfaltet das Cannabis-Ingwer-Bier recht schnell eine berauschende Wirkung. Denn der Alkoholgehalt liegt bei immerhin sieben Prozent. Schmecken tut man dies aber nicht, stattdessen erinnert das Bier eher an eine süße Limonade.


Foto: Josephine Klein

Das Cannabis-Bier schmeckt ungewohnt aber erfrischend

Die Brauerei hinter dem etwas ungewöhnlichen Getränk trägt den Namen Ilgezeem und existiert bereits seit dem Jahr 1863. Aller Tradition zum Trotz ist das Unternehmen aber vor allem für innovative Craftbiere bekannt. So wurde auf der Grünen Woche auch das Cranberry-Bier aus Riga sehr stark nachgefragt. Beide Varianten aus Riga schmeckten extrem erfrischend – was bei dem hohen Alkoholgehalt aber nicht ungefährlich ist. Wer ordentlich Durst hat, sollte diesen daher vorher eventuell mit einem alkoholfreien Getränk stillen. Mit den Vorgaben des Deutschen Reinheitsgebots hat das Cannabis-Ingwer-Bier zudem nur wenig zu tun. Mehr noch: Bei einer Blindverkostung würde man wohl nicht einmal sicher sagen können, ob es sich überhaupt um Bier handelt. Doch dies ist bei vielen internationalen Craftbieren nicht unüblich. Die Brauer lassen ihrer Kreativität freien Lauf und kreieren so ungewohnte Geschmackserlebnisse, die oftmals überraschend großen Anklang finden.

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Zuletzt aktualisiert am 20.02.2018

In Deutschland müssen Brauereien das Reinheitsgebot berücksichtigen

Entstanden ist der Trend zu kleineren privaten Brauereien mit innovativen Ideen in den 1970er Jahren in Nordamerika. Von dort aus verbreitete er sich in der ganzen Welt und trug dazu bei, dass die Zahl der Brauereien angestiegen ist – obwohl es bei den großen Konzernen immer wieder zu Übernahmen und Aufkäufen kommt. Auch in Deutschland gibt es inzwischen eine Vielzahl an Craftbier-Brauereien. Diese werden sogar durch den Gesetzgeber gefördert: Sie müssen eine geringere Biersteuer abführen als die großen Konkurrenten. Auf der anderen Seite erschwert das Deutsche Reinheitsgebot aber, dass innovative Getränke wie das Cannabis-Ingwer-Bier aus Lettland hierzulande gebraut werden können. Dabei werden dadurch gleich zwei Trends bedient. So gibt es hierzulande nicht nur immer mehr kleine Brauereien, sondern auch immer öfter Cannabis-Getränke – dabei handelt es sich aber in der Regel um alkoholfreie Erfrischungsgetränke.


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