Der japanische Autobauer Toyota setzt sich bei der Entwicklung neuer Antriebe zunehmend von der Konkurrenz ab. So setzt der Konzern massiv auf den Wasserstoff-Antrieb bei Lastwagen und Autos. Die Konkurrenz hingegen sieht eher das klassische Elektroauto als Modell der Zukunft an. Im Hafen von Long Beach in Kalifornien testet Toyota aktuell einen LKW mit Brennstoffzelle. Die Vorteile der Technologie werden dabei durchaus deutlich: Täglich kann eine Tour von 320 Kilometern absolviert werden, ohne dass nachgetankt oder aufgeladen werden muss. Die Klimabilanz von Wasserstofffahrzeugen – und auch Elektroautos – hängt aber davon ab, wie die benötigte Energie produziert wird. Toyota hat daher in Kalifornien nun eine innovative Anlage in Betrieb genommen: Aus Kuhmist soll dort Wasser, Strom und Wasserstoff gewonnen werden.


Sieht nicht besonders spektakulär aus, ist aber eine Weltpremiere: Das neue Kraftwerk von Toyota. Foto: FuelCell Energy

Toyotas betreibt bereits ein Netz von Wasserstoff-Tankstellen in Kalifornien

Den Angaben des Konzerns zufolge handelt es sich um die erste kommerzielle Anlage dieser Art weltweit. Geplant ist, dass das Kraftwerk der besonderen Art 2,35 Megawatt Strom und 1,2 Tonnen Wasserstoff pro Tag produzieren wird. Dies würde ausreichen, um 2.350 Haushalte mit Energie zu versorgen und zusätzlich 1.500 Fahrzeuge anzutreiben. Vornehmlich dürfte es sich um Modelle des Toyota Mirai handeln. Für das erste in Großserie gefertigte Wasserstoffauto der Welt sind die Vereinigten Staaten nach Japan der zweitwichtigste Markt. Toyota betreibt daher aktuell in Kalifornien zwanzig Wasserstoff-Tankstellen und will das Netz in Kooperation mit dem Ölkonzern Shell weiter ausbauen. Die Partnerwahl ist kein Zufall: Shell hat in letzter Zeit verstärkt in den Ausbau der Infrastruktur für alternative Antriebe investiert.

Die Gülle kann so einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden

Kuhmist zur Produktion von Strom und Wasserstoff zu nutzen, bietet sich aus mehreren Gründen an. Zum einen lassen sich damit erstaunliche Ergebnisse erzielen. So wurde der Geschwindigkeitsrekord für Nahverkehrsbusse ebenfalls mithilfe von Gülle aufgestellt. Diese wurde allerdings zunächst in Biogas umgewandelt und dann zum Antrieb des Busses genutzt. Ein weiterer Vorteil besteht zudem darin, dass mit Kuhmist die Diskussion um „Tank-oder-Teller“ umgangen werden kann. Wird etwa aus Raps Biodiesel gewonnen, kann dies problematisch sein, weil auf den entsprechenden Flächen keine Lebensmittel mehr angebaut werden können. Bei Gülle entfällt dieses Problem logischerweise – handelt es sich doch um ein Abfallprodukt der Lebensmittelproduktion.

Via: Inhabitat


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