Der neue US-Präsident Donald Trump hat in seinem Wahlkampf immer wieder versprochen, der Kohle als Energieträger zu einer Renaissance zu verhelfen. Damit konnte er in vielen Regionen Stimmen sammeln, die ansonsten eigentlich den Demokraten zugeneigt waren. Ob Trump die geweckten Erwartungen allerdings tatsächlich erfüllen können wird, ist eher zweifelhaft. So stehen alleine in den nächsten vier Jahren in den Vereinigten Staaten vierzig Kohlekraftwerke vor der Schließung. Bisher ist bei keinem einzigen davon bekannt, dass die Betreiber ihre Schließungspläne aufgrund des neuen US-Präsidenten noch einmal überdenken würden. Im Gegenteil: Bei sechs Anlagen wurde die Abschaltung sogar erst nach der Präsidentschaftswahl bekannt gegeben. Die Gründe für das Ende des Kohlezeitalters scheinen also unabhängig von der aktuellen politischen Lage zu existieren.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gaskraftwerke und Windkraftanlagen sind schlicht günstiger

Die Betreiber der Kohlekraftwerke gehen zum einen davon aus, dass langfristig kein Weg an einem stärkeren Klimaschutz vorbeiführt. Selbst wenn Trump die entsprechenden Regelungen lockert und den umstrittenen „Clean Power Plan“ außer Kraft setzt, dürften zukünftige Regierungen diese Entscheidung wieder rückgängig machen. Zum anderen sind Kohlekraftwerke auch schlicht zu teuer. Nicht zuletzt dank des Fracking-Booms sind vor allem neue Gaskraftwerke deutlich günstiger zu betreiben. Aber auch Windkraftanlagen produzieren den Strom inzwischen preiswerter. Die Energieunternehmen spüren dabei den Druck ihrer Kunden, die nicht einsehen, unnötig hohe Strompreise zu zahlen. Zu sehen ist dies beispielsweise im US-Bundesstaat Indiana.

Kohle ist in Indiana auf dem Rückzug

Dieser hatte lange Zeit einen Energiemix, der fast ausschließlich auf Kohlekraftwerken basierte. Die dort ansässige Stahlindustrie gehört aber zu den größten Stromabnehmern und drängte immer wieder auf eine Senkung der Strompreise. Der Energieproduzent „Northern Indiana Public Service Co.“ hat daher für das Jahr 2018 die Schließung eines ersten Kraftwerks angekündigt. Zwei weitere Einheiten werden dann im Jahr 2023 folgen. Auch andere Stromproduzenten in Indiana folgen diesem Beispiel, sodass Kohle aktuell nur noch zu rund 75 Prozent zum Energiemix des Landes beiträgt – mit deutlich fallender Tendenz. Der Rest des Landes ist zudem schon deutlich weiter: Hier liegt der Anteil der Kohleenergie bei rund einem Drittel.


Via: E&E News

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