Der Öresund ist eine Meerenge zwischen Dänemark und Schweden und an seiner schmalsten Stelle nur rund vier Kilometer breit. Zwischen den Städten Helsingør und Helsingborg besteht dort bereits seit vielen Jahren eine Fährverbindung. Unter anderem lässt die Firma HH Ferries vier Autofähren die Meerenge überqueren. Eine davon – die bereits rund dreißig Jahre alte „Tycho Brahe“ – hat nun einen neuen Antrieb bekommen: Statt des bisher verwendeten Verbrennungsmotors wird zukünftig ein Elektromotor die 240 Autos und mehr als 1.000 Fahrgäste über die Ostsee befördern. Damit handelt es sich um die aktuell größte Batterie-Fähre der Welt. In naher Zukunft soll zudem noch eine zweite Öresund-Fähre von HH Ferries auf Elektroantrieb umgerüstet werden.


Foto: HH Ferries

Die Klimaemissionen reduzieren sich ebenso wie die Lautstärke und die Luftverschmutzung

Damit würde die Reederei auf dieser Strecke die Menge an verursachtem CO2 in etwa halbieren. Um wie viel genau hängt von der Berechnungsweise ab. Denn die Fähren fahren nicht ausschließlich mit Ökostrom, sondern nutzen den normalen dänischen beziehungsweise schwedischen Strommix. Aber die Umrüstung bringt noch weitere Vorteile mit sich: So ist die Fahrt des Schiffes nun deutlich leiser und verursacht weniger Luftverschmutzung. Beides dürfte vor allem die Einwohner der jeweiligen Hafenstädte freuen. Die Umrüstung kann zudem auch als eine Art Pionierleistung angesehen werden. Sollte sich der Ansatz nämlich auch als wirtschaftlich erfolgreich erweisen, könnten bald schon andere Fährbetreiber nachziehen. Auch deshalb hat die Europäische Union vierzig Prozent der Umrüstungskosten in Höhe von insgesamt 30 Millionen Euro übernommen.

Die Batterien müssen alle vier bis fünf Jahre getauscht werden

Darin enthalten waren aber nicht nur die Kosten für die Umrüstung der Fähre selbst, sondern auch Gelder für den Ausbau der benötigten Stromleitungen. Die Batterien auf dem Schiff besitzen eine Kapazität von 4.200 kWh. Dies entspricht etwa 70 Elektroautos und reicht für rund zweieinhalb Überfahrten. Bei jedem Hafenaufenthalt erfolgt eine automatische Aufladung. Dafür werden nicht einmal menschliche Mitarbeiter benötigt, sondern die Verbindung zum Stromanschluss wird von lasergesteuerten Roboterarmen übernommen. Der ständige Wechsel zwischen Auf- und Entladung geht allerdings nicht dauerhaft gut: Nach vier bis fünf Jahren müssen die Batterien gewechselt werden. Die Fährbetreiber sind sich dennoch sicher, mit der Umrüstung auch wirtschaftlich ein gutes Geschäft gemacht zu haben.


Via: Ship & Bunker

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