Während des Zweiten Weltkriegs errichteten die Vereinigten Staaten auf Grönland zahlreiche Militärbasen. Nach dem Ende des Konflikt verringerte sich allerdings die strategische Bedeutung der Insel, sodass ein Großteil wieder aufgegeben wurde. Doch damit endet die Geschichte noch nicht. Denn als das Militär abzog, ließ es zahlreiche umwelttechnische Belastungen zurück. Dies beginnt bei alten und inzwischen stark verrosteten Ölfässern und reicht bis hin zu Bauwerken mit starker radioaktiver Belastung. Bereits seit Jahren drängt die Regierung in Grönland daher darauf, dass diese Umweltbelastungen endlich beseitigt werden. Ansprechpartner sind aber nicht die Vereinigten Staaten, sondern Dänemark. Denn formal war Grönland während des Zweiten Weltkriegs eine dänische Kolonie.


30 Millionen Dollar für eine erste Bestandsaufnahme

Die Regierung in Kopenhagen verweigerte sich dem Ansinnen allerdings zunächst mit einer rechtlichen Argumentation. Demnach war die Zuständigkeit für Umweltfragen bereits 1989 an die Regierung Grönlands übertragen worden – weshalb diese auch für die Beseitigung alter Umweltsünden verantwortlich sei. Doch mittlerweile wurde der Druck wohl zu groß und ein Sinneswandel setzte ein. Die Folge: Inzwischen wurde ein erster Vertrag unterschrieben. Darin sagt die dänische Regierung zunächst umgerechnet rund 30 Millionen Dollar zu. Mit dem Geld soll zum einen ein Teil der Umweltsünden beseitigt werden. Zum anderen werden aber auch Wissenschaftler finanziert, die das genaue Ausmaß der noch vorhandenen Belastungen erfassen sollen. Mithilfe dieser Ergebnisse soll dann abgeschätzt werden, wie viel weiteres Geld noch benötigt wird.

Grönland
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Zuletzt aktualisiert am 20.02.2018

Dänemark trägt die Kosten alleine

Außerdem kann so eine Prioritätenliste erstellt werden, welche Stellen zuerst gereinigt werden müssen und welche erst später an die Reihe kommen. Für die weiteren Reinigungsmaßnahmen hat die dänische Regierung ebenfalls finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt. Sie verzichtet zudem darauf, entsprechende Ansprüche gegenüber den Vereinigten Staaten geltend zu machen. Warum sie dies tut, ist nicht ganz klar. Der dänische Umweltminister betonte lediglich, dass es von enormer Bedeutung sei, mit den Säuberungsarbeiten nun endlich beginnen zu können. Dafür soll auch mit dem US-Militär kooperiert werden. So hofft man, von dort Informationen zu erhalten, an welchen Stellen mit bisher noch nicht bekannten Belastungen zu rechnen sein könnte.

Via: Arctic Now


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