Die bisher existierenden Solarmodule sind zumeist vergleichsweise klobig und lassen sich nicht in eine bestimmte Form biegen. Sie sind daher in ihrer Nutzung natürlich auch eingeschränkt. Denn nur Geräte mit einer ausreichend großen flachen Oberfläche können so mit einem integrierten Solarmodul ausgestattet werden. Forschern in Südkorea ist nun allerdings offensichtlich ein Durchbruch auf diesem Gebiet gelungen: Sie entwickelten Solarzellen, die dünner sind als ein menschliches Haar und sich so problemlos um einen handelsüblichen Bleistift wickeln lassen. Der Clou dabei: Sie sind trotzdem ähnlich leistungsfähig wie die bisher auf dem Markt erhältlichen Solarzellen. Es tuen sich also ganz neue Anwendungsmöglichkeiten auf.


Bild: Juho Kim, et al / Applied Physics Letters
Bild: Juho Kim, et al / Applied Physics Letters

Gegenstände mit einer Dicke von 1,4 Milimetern lassen sich einwickeln

Die neu entwickelten Solarzellen sind dabei nur rund einen Mikrometer dünn und bestehen aus dem Halbleitermaterial Galliumarsenid. In Tests fanden die Wissenschaftler heraus, dass sie sich um Gegenstände mit einer Dicke von bis zu 1,4 Milimetern wickeln lassen. Dies würde beispielsweise ausreichen, um Datenbrillen mit den neuen Solarzellen zu versehen und so für eine saubere und unauffällige Form der Energieversorgung zu sorgen. Ähnliches gilt für Fitnesstracker und intelligente Uhren. Aber auch Elektrofahrräder könnten so zumindest teilweise mit Ökostrom betrieben werden – ohne dass wie bisher teilweise merkwürdig anmutende Konstruktionen gewählt werden müssen. Mehr noch: Theoretisch ließen sich die Solarzellen auch in die Kleidung des Radfahrers integrieren.

Die neuen Zellen könnten dünner, biegsamer und günstiger sein

Die Konstruktionsweise der Zellen sorgt dabei dafür, dass so wenig Energie wie möglich verloren geht. Denn die untere Metallschicht reflektiert Photonen und leitet diese wieder zur Solarzelle zurück. Auf diese Weise ist es den Forschern gelungen, Solarzellen zu produzieren, die deutlich weniger Material verbrauchen als konventionelle Produkte und dennoch einen vergleichbar hohen Effizienzgrad erreichen. Sollte die Produktion einmal die Stufe der Massenfertigung erreicht haben, dürften die neu entwickelten Solarzellen daher nicht nur dünner und biegsamer, sondern auch günstiger sein als die aktuell genutzten Zellen.


Via: Treehugger

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