Wäschetrockner sind in Deutschland in rund vierzig Prozent der Haushalte zu finden. Sie sind grundsätzlich extrem praktisch, weil die Wäsche nicht mehr einzeln aufgehängt werden muss. Allerdings verbrauchen die Trockner auch eine erhebliche Menge an Energie. Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde daher eigens ein Gesetz verabschiedet, dass es ausdrücklich erlaubt seine Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Zuvor war dies in vielen Mietwohnungen untersagt, weil Wäscheleinen als Zeichen für Armut galten. Am Oak Ridge National Laboratory wird aktuell allerdings auch an einer technischen Lösung dieser Problematik gearbeitet: Ein Ultraschall-Trockner soll fünfmal so energieeffizient sein wie die heute üblichen Wärmetrockner – und gleichzeitig auch noch deutlich schneller arbeiten.


Die Kleider werden mechanisch getrocknet

Möglich wird die Energieeinsparung durch eine veränderte Vorgehensweise. Bisher werden die nassen Kleider im Trockner erhitzt, sodass das Wasser verdampft. Die dafür notwendige Wärme zu produzieren, ist allerdings extrem energieintensiv. Der neue Ansatz hingegen arbeitet mit Ultraschall-Vibrationen. Diese schütteln die Wassertropfen aus den Textilien, der Wassernebel kann dann einfach abgesaugt werden. Auf die Idee kam Ayyoub B. Momen, als er einem Ultraschall-Luftbefeuchter bei der Arbeit zusah. Dieser verteilte mithilfe der Ultraschallwellen kleinste Wassertropfen in einem Raum. Momen kam nun die Idee, dieses Prinzip einfach umzukehren. Von dieser ersten Eingebung bis heute sind allerdings bereits rund drei Jahre vergangen.


General Electric soll aus dem Prototypen ein marktreifes Produkt machen

In dieser Zeit wurde das Funktionsprinzip zunächst im Kleinen getestet und dann im immer größeren Maßstab angewendet. So war das erste getrocknete Wäschestück so groß wie ein Geldstück. Inzwischen allerdings wurde bereits ein erster Prototyp in Originalgröße gebaut. Unterstützt wird die Entwicklung durch das US-Energieministerium und die Firma General Electric. Letztere soll vor allem dabei helfen, aus dem Prototypen ein marktreifes Produkt zu entwickeln. Neben Energieeffizienz und Laufzeit gibt es zudem noch zwei weitere Argumente für den Ultraschall-Trockner: Die Qualität der Kleidung bleibt länger erhalten und es entstehen weniger Fussel. Mit einer kommerziellen Markteinführung ist allerdings erst in rund fünf Jahren zu rechnen. Zusätzlich wird bereits darüber nachgedacht, die Technologie auch für industrielle Trocknungsprozesse zu nutzen.

Via: Energy.gov

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