In der marokkanischen Stadt Marrakesch treffen sich aktuell die Vertreter der Weltgemeinschaft, um über die großen Fragen der Klimapolitik zu verhandeln. Rund 800 Kilometer entfernt in dem kleinen Städtchen Tafoughalt haben die Bewohner lange Zeit allerdings ganz andere Sorgen gehabt. Denn die für die Bewässerung der Felder benötigten Pumpen wurden mit Dieselgeneratoren angetrieben. Dies war nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern wurde im Laufe der Zeit auch immer teurer. Denn zunächst unterbanden die algerischen Behörden den Dieselschmuggel aus dem Nachbarland, dann reduzierte der marokkanische Staat die Subventionen für den Kraftstoff. Inzwischen haben die Bewohner aber eine Lösung gefunden, die sowohl der Umwelt als auch dem Geldbeutel nutzt: Sie betreiben die Wasserpumpen mit Solarenergie.


Marokkanische Felder in der Nähe von Casablanca. Foto: By Toksave (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons
Marokkanische Felder in der Nähe von Casablanca. Foto: By Toksave (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Die Wasserpreise sind durch die Solarenergie drastisch gesunken

Aktuell können auf diese Weise sogar mehr Felder bewässert werden als zuvor. Dies wiederum hat auch einen positiven Effekt auf die Bevölkerungsentwicklung. Denn zuvor verließen viele junge Leute die kleine Stadt, weil die Arbeit auf den Feldern nicht profitabel genug war. Inzwischen allerdings sind einige bereits zurückgekehrt. Alles in allem nutzen rund 450 Bauern die Solarpumpe, um ihre Felder zu bewässern. Die Preise für eine Stunde Bewässerung sind dabei durch die neue Anlage um 75 Prozent gesunken: Zahlten die Farmer zuvor rund 50 Dirham – etwa fünf Dollar – so liegt der Preis heute lediglich noch bei 12,5 Dirham.

Tafoughalt könnte als Vorbild für andere Dörfer dienen

Doch die Bewohner wissen auch, dass sich die Methode natürlich nicht unbegrenzt nutzen lässt. Denn auch wenn die Pumpen umweltfreundlich mit Solarenergie betrieben werden, sind die Grundwasservorräte trotzdem begrenzt. Aus diesem Grund wurden parallel auch weitere Maßnahmen zur Wassergewinnung installiert. So wird beispielsweise Flusswasser aufgefangen und gesammelt. Außerdem soll zeitnah Technologie zum Einsatz kommen, die für Einsparungen bei der Bewässerung der Pflanzen sorgt. Langfristig könnte Tafoughalt dann zum Vorbild für viele ländliche und trockene Regionen in Marokko werden – und so auch einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.


Via: Digitaljournal

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