Trotz der gigantischen finanziellen Anstrengungen in Deutschland, die Emissionen vor allem an Kohlendioxid bei der Stromerzeugung zu reduzieren, sind die Deutschen weit vom Status „grüner Bürger“ entfernt. In einer Rangfolge der grünsten Länder der Welt, die das britische Vergleichsportal MoneySuperMarket aus zahlreichen Quellen wie Weltbank und Vereinte Nationen zusammengestellt hat, liegt Deutschland lediglich auf Platz 71 unter 102 Staaten. Schlimmster Sünder ist der Inselstaat Trinidad and Tobago, direkt gefolgt von den USA, die Platz 101 einnehmen. Am wenigsten emittieren die Bürger des ostafrikanischen Staates Mozambique. Ein interaktives Schaubild ermöglicht es, die Daten der betrachteten Länder abzurufen


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, CC BY-SA 2.0

In die Berechnungen flossen mehrere umweltrelevante Faktoren ein: Der prozentuale Anteil der emissionsfrei produzierten Energie, die Kohlendioxid-Emissionen, das Abfallaufkommen, jeweils pro Kopf, der prozentuale Anteil an geklärtem Abwasser, die Staubexposition, der Energieverbrauch pro Kopf und der Verlust an Wäldern pro Jahr.

Sauber trotz ungeklärter Abwässer?


Die Rangfolge ist mit ein wenig Vorsicht zu genießen. Umwelt-Spitzenreiter Mozambique etwa lässt 100 Prozent seiner Abwässer ungeklärt in Flüsse, Seen und Meer fließen, ebenso Äthiopien, das auf Platz zwei Landete. Beide setzen jedoch zu fast 100 Prozent auf erneuerbare Energien. Das hilft nicht immer. Norwegen etwa, das rund 98,5 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft bezieht, landete noch hinter Deutschland, das auf lediglich 32,7 Prozent kommt, auf Platz 80. Schuld daran ist der hohe Pro-Kopf-Energieverbrauch. Gemeinsam mit Luxemburg kommt Norwegen auf gut 11.000 Kilowattstunden pro Person und Jahr (nach anderen Statistiken liegt Norwegen allerdings weit darüber). Nur Kanada mit mehr als 11500 und Trinidad and Tobago mit stolzen 22.000 Kilowattstunden verbrauchen noch mehr.

Lettland ist Europas Vorzeigestaat

Spitzenreiter in Europa ist Lettland auf Platz vier. Mit Platz 21 schneidet Schweden unter den hochindustrialisierten Ländern am besten ab. Unter den europäischen Staaten schneidet Irland am schlechtesten ab. Die „grüne Insel“ landet auf Platz 99, wohl weil sie fast die Hälfte ihres Abwassers nicht klärt. Zwei Plätze besser ist China, das mit weitem Abstand die staubhaltigste Atemluft hat. Weltmeister bei der Produktion von Abfall ist Sri Lanka. Trinida and Tobago nimmt diesen fragwürdigen Titel bei den Kohlendioxid-Emissionen für sich in Anspruch.

Man kann trefflich über die Gewichtung der einzelnen Faktoren streiten, die zur Einstufung der Länder geführt hat. Nachdenklich machen die Daten allemal.

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