Schiffe gehören zu den schlimmsten Emittenten von Schadstoffen. Weltweit werden die Grenzwerte drastisch verschärft. Oft gelten sie in aller Härte nur für Neubauten oder bestimmte Regionen wie die US-Küstengewässer oder Nord- und Ostsee. Doch auch ältere Motoren lassen sich nachrüsten. MAN Diesel & Turbo, ein bedeutender Hersteller von Schiffsdieseln, bietet gleich zwei Techniken an, die den Ausstoß von Stickoxiden senken. Zum einen hat das Augsburger Unternehmen einen Reaktor speziell für große Zweitakter entwickelt, der nach dem Prinzip der selektiven katalytischen Reaktion arbeitet. Diese Katalysatoren werden auch in Pkw und Lkw eingesetzt. In die Abgase wird Ammoniak eingedüst, das in Kombination mit dem metallischen Katalysator Stickoxide in reinen Stickstoff und Wasser verwandelt. Selektiv wird dieser Prozess genannt, weil er nur auf Stickoxide wirkt. Unerwünschte Reaktionen mit anderen Schadstoffen im Abgas werden vermieden.


Blick in den Maschinenraum eines großen Schiffes

Stickoxide mögen es heiß

Die zweite Lösung, die MAN anbietet, beruht auf einer raffinierten Software, die das Unternehmen gemeinsam mit Wissenschaftlern der Technischen Universität von Dänemark entwickelt hat. Bekannt ist, dass die Entstehung von Stickoxiden reduziert wird, wenn ein Teil des Abgases mit der Verbrennungsluft vermischt wird. Dann ist die Verbrennungstemperatur geringer – Stickoxide entstehen umso mehr, je heißer es zugeht.

Die Abgasmengen müssen exakt dosiert und an die aktuelle Leistung des Motors angepasst werden. Beim Beschleunigen über viele Kilometer müssen andere Anteile beigemischt werden als bei konstantem Tempo. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass zu wenig Sauerstoff in der Verbrennungsluft ist. Das würde die Bildung von anderen Schadstoffen begünstigen.


Pkw-Software reichte nicht

Die bei Diesel-Pkw genutzte – und manchmal missbrauchte – Technik, Stichwort Dieselskandal ließ sich nicht auf alle Schiffsdiesel übertragen. Viele sind als Zweitakter ausgelegt, Automotoren als Viertakter. Heraus kam ein System, das die Zusammensetzung der Verbrennungsluft und die Einspritzung von Treibstoff so regelt, dass die geringst mögliche Menge an Stickoxiden entstehen. Noch in diesem Jahr sollen die ersten neuen Motoren damit ausgestattet werden.

via MAN

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