Uwe Hück macht immer mal wieder Schlagzeilen. Teilweise weil er für den guten Zweck gegen ehemalige Profi-Boxer in den Ring steigt. Oftmals aber auch weil er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hält. Zuhören kann dabei durchaus lohnen, denn Hück gehört als Betriebsratschef und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Porsche zu den mächtigsten Männern in der deutschen Autobranche. In einem Interview mit dem Magazin Business Insider nahm der gelernte Lackierer wieder mal kein Blatt vor den Mund und kritisierte vor allem den US-Konkurrenten Tesla scharf: „Ich kenne keinen anständigen Kaufmann, der ein Unternehmen wie Tesla aufbauen würde. Das Finanzierungsmodell ist auf Schulden aufgebaut“, so der Arbeitnehmervertreter. Tatsächlich hat Tesla in den letzten Jahren nur in einem Quartal Gewinn gemacht und finanziert sich ansonsten vor allem durch das Versprechen auf zukünftige Gewinne.


Porsche
Mit dem Mission E will auch Porsche großflächig in den Markt für Elektroautos einsteigen.  (Bild:Porsche)

Tesla verhandelte schon einmal mit Google über eine Übernahme

Auch unter Wirtschaftsexperten ist dieses Modell daher umstritten. Die Anleger scheint dies aber nicht weiter zu stören. Tesla ist an der Börse bereits heute mehr wert als der gesamte Ford-Konzern. Auch dafür hat Hück allerdings eine Erklärung: „Elon Musk weiß wahrscheinlich ganz genau, dass Tesla über kurz oder lang aufgekauft wird, ob von Google oder Apple.“ Ganz aus der Luft gegriffen ist auch dieser Vorwurf nicht: Tesla stand in der Unternehmensgeschichte schon einmal vor der Pleite und verhandelte mit Google über eine Übernahme. Inzwischen ist Tesla aber deutlich breiter aufgestellt und produziert neben Autos auch noch Solardächer und Energiespeicher. Grundsätzlich ist es für ein Startup zudem nicht verwerflich, auf einen Exit oder einen Verkauf hinzuarbeiten.

Porsche investiert selbst massiv in den Bereich der Elektromobilität

Schwerer wiegt daher der letzte Vorwurf von Hück: „Tesla kündigt Dinge an, die das Unternehmen gar nicht einhalten kann.“ Dies ist gerade aktuell etwa bei der Powerwall 2 der Fall, auf die Kunden in Deutschland deutlich länger warten müssen als geplant. Hier liegt eine Schwachstelle von Elon Musk: Nicht immer kann die Entwicklungsarbeit bei Tesla mit den forschen Ankündigungen des Vorsitzenden mithalten. Hück kommt daher zu dem Schluss: „Das Gespenst Tesla müssen wir also nicht ernst nehmen.“ Die Elektromobilität allerdings sieht auch er als Modell der Zukunft an. Porsche hat daher mit dem Mission E ein Luxus-Elektroauto mit 500 Kilometer Reichweite angekündigt und eine eigene Schnellladesäule entwickelt.


Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

2 Kommentare

  1. Achmed Khammas

    22. September 2017 at 23:32

    Purer Neid, würde ich sagen. Musk hat mit Tesla etwas geschafft, das mehrere Generationen vor ihm verfehlt haben: Das Elektromobil marktfähig zu machen. Und zwar nicht, indem er damit „die Welt retten“ wollte, wie so viele vor ihm – sondern indem er ein funktionierendes LIFSTYLE-Produkt geschaffen hat. Welcher Schauspieler wagt sich noch, in Hollywood OHNE einen Tesla vorzufahren?! 🙂

    Die Gesamtgeschichte der Elektromobilität findet sich hier: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_11_01_mobile_anwendungen_geschichte_1.htm

  2. Andreas Threment

    23. November 2017 at 16:33

    Der Mission E ist noch nicht mal raus und schon vom neuen Tesla Roadster geschlagen.
    Klar, dass das manchen nicht gefällt.
    Disruption in Reinkultur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.