Wiederauferstandene Tote sieht man für gewöhnlich nur in Horror-Filmen. Ein Unternehmen namens Humai möchte das ändern. Innerhalb der nächsten 30 Jahre sollen Menschen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz wieder zum Leben erweckt werden.


Foto:  Exercise Plays Vital Role Maintaining Brain Health, A Health Blog, Flickr,
Foto: Exercise Plays Vital Role Maintaining Brain Health, A Health Blog, Flickr,

Raise the dead: Zurück von den Toten

Das Unternehmen ist recht sparsam mit Details, gab aber bekannt, man wolle die “Verhaltensmuster, Sprachmuster, Denkprozesse und weitere körperliche Informationen eines Menschen auf einem Chip speichern um dessen Bewusstsein dann in einem künstlichen Körper mit dem Gehirn eines verstorbenen Menschen wieder auferstehen zu lassen. Der CEO von Humai, Josh Bocanegra, äußerte sich zu dem Verfahren wie folgt: ”We believe we can resurrect the first human within 30 years.

Außerdem sagte er, man wolle das Gehirn mittels Kryotechnik einfrieren und wieder auftauen, wenn die Technologie für eine Vernetzung bereit ist. Über die Art des “künstlichen Körpers” oder das genaue Verfahren zum Speichern des Bewusstseins schwieg er sich aus. Allein der Gedanke, die neuronalen Prozesse innerhalb des Gehirns eines Menschen zu speichern und später zu verwenden, um sein Bewusstsein zu rekonstruieren hört sich sehr nach Science Fiction an. Humai scheint aber recht selbstbewusst zu sein, was das Verfahren angeht. Das Unternehmen gab sogar bekannt, es wolle den Tod eines Tages“zu einer Option machen”.


In einem Interview mit IEET sagte Bocanegra, dass es zwar andere Unternehmen gebe, die virtuelle Versionen eines Menschen nach seinem Tod rekonstruieren wollen, aber seine Firma sei die erste, die einen Toten tatsächlich wiederbeleben wolle. „I don’t think tombstones, photos, videos, or even our own memories are the best ways to remember someone who has passed. Instead, I think an artificially intelligent version of your loved one, whom you can interact with via text and voice, is more desirable“, so Bocanegra.

Das Vorhaben ist sicherlich ambitioniert und wirkt aus heutiger Sicht noch unrealistisch. Auf der anderen Seite hat sich das Unternehmen mit 30 Jahren einen großzügigen zeitlichen Rahmen gesteckt. Es kann zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass die Umsetzung des Vorhabens irgendwann technologisch möglich ist.

Ethische Implikationen

Die Existenz der technologischen Möglichkeit bedeutet aber nicht, dass es sinnvoll ist, diese Möglichkeit auch umzusetzen. Das menschliche Bewusstsein ist bisher noch kaum erforscht, und über die genauen Auswirkungen einer solchen “Wiederbelebung” kann keine Aussage getroffen werden. Und bei allem technologischen Fortschritt darf bezweifelt werden, dass sich irgendjemand über diese Auswirkungen im Klaren sein kann, ohne ein entsprechendes Experiment durchzuführen. Und Experimente an Menschen sind immer besonderen ethischen Grundsätzen unterworfen. Dies muss ganz besonders dann gelten, wenn Experimente durchgeführt werden, die Tote wiederbeleben sollen. Aus heutiger Sicht scheint dies ethisch nur schwer vertretbar. Allerdings kann sich diese Sicht in den nächsten 30 Jahren natürlich noch verändern.

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1 Kommentar

  1. David Kummer

    27. November 2015 at 17:53

    Ich kann mir nicht vorstellen, wie hoch die Rechneleistung sein muss, um dies zu ermöglichen. Ein GEDANKE, umfast ganze Musikstücke, Filme, Erinnerungen, Romane, Kurzgeschichten usw. Dies alles leuft unterhalb der Milisekunde einer ab.
    Die Speicher mögen in ein paar Jahren groß bzw klein genug sein um dies zu ermöglichen, die Rechenleistung, aber noch lange nicht.

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