Unterschätzte Technik? Der Wasserstoffantrieb ist längst auf dem Vormarsch

In den Medien dreht sich die Diskussion aktuell hauptsächlich um das Thema Verbrennungsmotor versus Elektroantrieb, der Wasserstoffantrieb fällt dabei allzu oft unter den Tisch. Die deutschen Autoproduzenten stehen in der öffentlichen Diskussion ganz in Teslas Schatten, doch hinter den Kulissen tut sich mehr als gedacht.

Statt Dreck kommt Wasser aus dem Auspuff

Das Tanken mit Wasserstoff dauert nur etwa 3 Minuten

Neben dem Strom setzt die deutsche Automobilindustrie auch auf den Wasserstoff als Antriebsmittel der Zukunft. Seit Jahrzehnten arbeiten die verschiedenen Anbieter daran, die Brennstoffzelle zu perfektionieren und haben nun allmählich die Serienreife erreicht. Das Praktische am Wasserstoffantrieb: Das Tanken dauert etwa 3 Minuten und eine Tankfüllung reicht bei einem normalen PKW für 500 bis 1000 km Strecke. Diese Werte hat bislang noch kein reines Elektroauto erreicht, doch sind sie uns altbekannt von unseren aktuellen Benzinern und Dieselwagen. Der große Unterschied zum traditionellen Verbrennungsmotor besteht aber bekanntlich darin, dass bei der Verwertung des Wasserstoffs als Endprodukte nur Wasser und Wärme entstehen und die Umwelt sauber bleibt.

Wie gesagt, die Serienreife ist da, doch die Entscheidung zur Massenproduktion ist noch nicht gefallen. Dafür lässt das derzeitige Tankstellennetz einfach noch viel zu sehr zu wünschen übrig: 30 Wasserstofftankstellen stehen im Moment 3.000 Elektrotankstellen und 14.000 Benzin- und Dieseltankstellen entgegen. Bliebe es so, wäre eine Zukunft ganz ohne reguläre Verbrennungsmotoren in Deutschland gar nicht denkbar, aber wir wissen ja, dass die Entwicklungen ganz sicher nicht stehenbleiben.

Etwa 400 Wasserstofftankstellen bis 2023 in Deutschland geplant

BMW wird im Jahr 2021 eine Kleinserie hochpreisiger Wasserstofffahrzeuge auf den Markt bringen, vier Jahre später plant der bayerische Autospezialist dann die Fertigung in größerem Umfang. PKWs höherer Preisklassen gehören ohnehin zu den Spezialitäten der hiesigen Autoproduzenten, darum fällt es gar nicht schwer, auch mit Brennstoffautos auf diesem Gebiet einzusteigen. Daimler ist etwas schneller, wir erwarten noch in diesem Jahr einen ersten H2-Geländewagen des Traditionsunternehmens. Toyotas Brennstoff-Limousine kostet aktuell um die 75.000 Euro, Hyundais Wasserstoff-SUV 65.000 Euro: ein ordentlicher Preis, der allerdings bei kleineren Wagen in umfangreicher Serienproduktion noch stark sinken wird. Bis 2023 soll es laut der Initiative H2 Mobility etwa 400 Wasserstofftankstellen in Deutschland geben, vielleicht kommen dann endlich auch die deutschen Autohersteller aus ihrem Schneckenhaus heraus und zeigen der breiten Masse, was sie hinter den Kulissen entwickelt haben!

Quelle: deutschlandfunknova.de