Die Vorstellung, Urlaub im Weltall zu machen, scheint direkt aus einem Science-Fiction-Roman zu kommen. Dank einer Initiative von zwei großen Weltall-Unternehmen in den USA könnten Hotels im Weltraum allerdings schon bald Wirklichkeit werden.


Bild: Bigelo Aerospace
Bild: Bigelo Aerospace

Tourismus im All

Der Gedanke daran, direkt nach dem Aufwachen den Blick auf den blauen Planeten zu haben, den wir Menschen als unsere Heimat bezeichnen, hat schon etwas Romantisches. Die Firmen Bigelow Aerospace und die United Launch Alliance (ULA) wollen diese Vision wahr machen. Kürzlich gaben sie bekannt, bereits im Jahr 2020 ein voll funktionsfähiges Modul im All aufzubauen. Unter dem Namen B330 sollen 330 Kubikmeter Platz entstehen, die für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden soll, aber auch als Hotel im All dienen kann.

Die beiden Unternehmen möchten die Technologie von Bigelow nutzen, um entweder ein weiteres Modul zur Internationalen Raumstation ISS hinzuzufügen und so deren als Lebensraum nutzbaren Raum um 30 Prozent zu erweitern oder aber eine komplett neue private Raumstation aufzubauen. “Beyond its industrial and scientific purposes, however, it has potential as a destination for space tourism and a craft for missions destined for the Moon and Mars”, heißt es in einem Statement.


Bild: Bigelow Aerospace
Bild: Bigelow Aerospace

Aufblasbare Module sollen Raumstation bilden

Bigelows Technologie für Raummodule greift auf eine besondere Technologie zurück. Die Module sind sozusagen “aufblasbar”. 2006 und 2007 führte das Unternehmen Tests durch, bei denen gezeigt wurde, dass das Konzept funktionierte, die Module “zusammengefaltet” ins All zu bringen und dort durch das Einpumpen von Luft auf die volle Größe auszuweiten. Letzte Woche brachte Elon Musks Unternehmen SpaceX ein weiteres Modul zur ISS – das Bigelow Expandable Activity Module (BEAM). Dort soll es Ende Mai mit Luft gefüllt werden. Der CEO Robert Bigelow hat ambitionierte Pläne: Langfristig will er eine Art “Disney Raumstation” erschaffen. Die Zusammenarbeit mit der United Launch Alliance könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein.

Eines Tages möchte Bigelow mehrere B330-Module ins All schießen und im Orbit zu einer großen, privaten Raumstation zusammenfügen, die sowohl für Unternehmen als auch Weltraumtouristen zum Ziel werden soll. 2020 soll erstmal ein B330 ins All gebracht werden. Aber langfristig sind die Pläne deutlich ambitionierter, und die Ära des Weltraum-Tourismus könnte so wesentlich näher rücken.

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