Der große Vorteil der Vereinigten Staaten liegt in der Größe des Marktes. Wer dort ein Produkt entwickelt, hat gleich mehrere hundert Millionen potentieller Kunden direkt vor der Haustür. Auch deshalb kommen so viele technologische Innovationen aus den USA. In Sachen autonom fahrender Autos drohte dieser natürliche Vorteil aber verloren zu gehen. Denn die einzelnen Bundesstaaten haben sehr unterschiedliche gesetzliche Regelungen erlassen. Kalifornien und Nevada gelten beispielsweise als sehraufgeschlossen der neuen Technologie gegenüber. Andere Bundesstaaten sind deutlich zurückhaltender. Grundsätzlich gilt aber: Je mehr unterschiedliche Vorschriften es gibt, desto teurer wird die Entwicklungsarbeit für die Unternehmen. Der US-Kongress hat daher nun eine landesweite Regelung beschlossen, die die vielen Einzelvorschriften ersetzen soll.


Zukunftsvision: Google-Freifahrt zur Restaurant-Werbung? (Foto: Google)
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Die USA wollen das innovativste Land der Welt bleiben

Das Ziel der Initiative ist ambitioniert: Innerhalb von drei Jahren sollen einhunderttausend autonome Fahrzeuge zu Testzwecken durch das Land fahren. Die hohe Anzahl an Fahrzeugen ist notwendig, weil nur so ausreichend Daten gewonnen werden können. Daher werden für Fahrten im Testbetrieb auch die Sicherheitsbestimmungen gelockert, die ansonsten für alle Fahrzeuge gelten. Dafür enthält der Gesetzesentwurf allerdings vergleichsweise strenge Bestimmungen im Bereich des Datenschutzes und der Cybersicherheit. Der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, sieht die Initiative sogar als notwendig an, damit die Vereinigten Staaten „die innovativste Nation der Welt“ bleiben. Bisher sind es deutsche Firmen, die in diesem Bereich weltweit die meisten Patente halten.

Auch Deutschland erlaubt automatisiertes Fahren

Bemerkenswert ist zudem, dass der Gesetzesentwurf mit großer Mehrheit angenommen wurde. Er besitzt also die Unterstützung von Politikern beider Parteien. Diese ist auch notwendig, denn die neue Regelung tritt erst in Kraft, wenn auch der Senat seine Zustimmung erteilt hat. Auch in Deutschland hatte der Bundestag im März gesetzliche Vorschriften für automatisiertes Fahren verabschiedet. Damit soll hierzulande für kurze Zeit der Computer die Steuerung des Fahrzeugs übernehmen dürfen. Die Haftung verbleibt allerdings beim Fahrer. Kritik am deutschen Gesetzesentwurf kam zudem von der Opposition. Gut möglich daher, dass es nach der Bundestagswahl eine Neuregelung geben wird.


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