Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Der ganz große Boom in der US-Frackingindustrie ist bereits seit längerem vorbei. Aufgrund des deutlich gesunkenen Ölpreises leidet die Branche unter enormen Überkapazitäten. Hinzu kommen die immer zahlreicher werdenden Bedenken bezüglich der Umweltauswirkungen. Eine neue Studie der „Pennsylvania State University“ dürfte diese Diskussionen nun zusätzlich befeuern. Wie die „New York Times“ berichtet, konnten die Wissenschaftler in insgesamt drei Trinkwasserproben, Rückstände von Chemikalien nachweisen, die bei Frackingbohrungen zum Einsatz kommen. Während Umweltschützer die Ergebnisse als Beweis für die Gefahren der neuen Technik interpretieren, sieht die Industrie dies naturgemäß anders.


Fehlerhaftes Material verantwortlich

Betrachtet man die Ergebnisse der Studie im Detail, lassen sich tatsächlich für beide Interpretationen Anhaltspunkte finden. Die Wissenschaftler konnten nicht konkret nachweisen, aus welcher Frackingbohrung die Chemikalien stammten. Am wahrscheinlichsten ist es daher, dass die Chemikalien aufgrund eines Lochs in einem Tank oder einer Leitung austreten konnten und dann in das Trinkwasser eindrangen. Demnach wäre die Technik an sich eigentlich ungefährlich für das Trinkwasser – der Schlüssel für sauberes Trinkwasser läge dann lediglich im Einsatz von hochwertigem Material, das keine Chemikalien verfrüht austreten lässt.

Sichere Bohrungen nicht unmöglich

Scott Anderson von der Umweltschutzorganisation „Environmental Defense Fund“ geht in der Tat davon aus, dass es möglich ist Frackingbohrungen vorzunehmen, ohne das Trinkwasser zu gefährden. „Die Industrie weiß, wie man Bohrlöcher sicher betreibt, aber leider setzen sie dies faktisch nicht immer um“, so der Umweltexperte. Seine Hoffnung sei, dass die Studie zu einem Umdenken bei den Unternehmen und den Aufsichtsbehörden führe und zukünftig mehr Wert auf die Qualität der Bohrungen gelegt werde. In diesem Bereich seien in den vergangenen Jahren auch bereits enorme Verbesserungen geschehen – weitere Anstrengungen seien aber erforderlich.


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