Wie so viele Erfindungen hat auch die Braille-Schrift ihren Ursprung beim Militär. Im 19. Jahrhundert wurde sie für französische Soldaten entwickelt, damit diese Nachrichten im Dunkeln lesen konnten, ohne durch das Einschalten einer Lichtquelle ihre Position zu verraten. Heute wird die Schrift aber vor allem von Blinden und Sehbehinderten genutzt, die mit ihren Fingern über die kleinen Punkte fahren und so Texte lesen können. Digitalisierte Inhalte in Braille-Schrift zu übertragen ist dabei heute bereits in Echtzeit möglich – allerdings wird dafür teures Spezialgerät benötigt. Forscher der „University of Michigan“ arbeiten daher an einem Display, das in der Lage ist die Schrift abzubilden. Dieses könnte dann beispielsweise bei Tablets und Smartphones zum Einsatz kommen.


Youtube Screenshot. Via: Popsci
Youtube Screenshot. Via: Popsci

Physische Punkte auf dem Display stellen ganze Seiten dar

Aktuell kostet ein Gerät zur Umwandlung von digitalen Inhalten in die Braille-Schrift zwischen drei und fünftausend Euro. Dabei wird zudem immer nur eine Zeile dargestellt, was nicht nur das Lesen mühsam macht, sondern auch komplexere Darstellungen in Form von Diagrammen oder ähnlichem verhindert. Die Forscher arbeiten daher an einem Display, das aus zahlreichen kleinen Knöpfen besteht. Diese können digitale Inhalte ganz normal darstellen, mit Hilfe von Gas oder Luft aber auch vorgeschoben werden. So können dann auf einfache Art und Weise ganze Seiten in Braille-Schrift gelesen werden. Blinde und Sehgeschädigte bekämen so zudem Zugriff auf alle digitalisierten Bücher. Diese müssten dann nicht mehr teuer in Braille-Schrift gedruckt werden.

Haptische iPad-Tastatur nutzt eine ähnliche Technik

Eine ähnliche Technik kommt bereits in der fühlbaren iPad-Tastatur des Unternehmens Tactus Phorm zum Einsatz. Dort wird die Technik genutzt, um eine physische Tastatur zu kreieren, die das Schreiben erleichtern soll. Allerdings handelt es sich dabei um Zubehör und keine in das Display integrierte Funktion. Das Beispiel zeigt aber, dass es durchaus eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten für haptisch erfassbare Displays gibt. Die Forscher aus Michigan gehen daher davon aus, dass ihre Displaytechnik auch abseits der Braille-Schrift kommerziell genutzt werden wird.


Via: Popsci

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