Aus minderwertigem Weizen und großen Mengen Zuckerrohr wird Bioethanol hergestellt, das in Fahrzeugtanks fließt. Raps wird zu Biodiesel, Mais zu Biogas – Futter- und Nahrungsmittel werden zu Energierohstoffen. Damit soll Schluss sein, sagt der Geowissenschaftler David Siegel, der an der University of California am Standort Santa Barbara lehrt und forscht. Ihm hat es der Riesentang (Macrocystis pyrifera) angetan, der direkt vor der Haustür im Pazifik wächst. Die Algenart wächst täglich um stolze 45 Zentimeter und erreicht eine Länge von 45 Metern. Diese Pflanzen will Siegel im Meer kultivieren, ernten und zu Biosprit verarbeiten. Die besten Techniken zum Erreichen dieses Ziels sollen im Forschungsprogramm Macroalgae Research Inspiring Novel Energy Resources (Mariner) entwickelt werden. Das amerikanische Energieministerium unterstützt die Forschung mit 2,1 Millionen Dollar.


Drohnen und Unterwasserroboter

Siegel plant den Aufbau von Aquafarmen sowie ein Beobachtungssystem, das aus Unterwasserrobotern und Drohnen besteht. Das Pflanzenwachstum müsse sorgfältig überwacht werden, um rechtzeitig eingreifen zu können, wenn überalterte Pflanzen zu faulen beginnen oder Meeresbewohner zu viel davon fressen. „Wir nutzen das, was wir bei der Erforschung des natürlich wachsenden Riesentangs gelernt haben, um sie mit dem Ziel höchster Ausbeute anzubauen“, sagt Siegel. Erste Tests des Beobachtungssystems sollen in den küstennahen Riesentangwäldern des Pazifik stattfinden.


Drastischer Anstieg des Nahrungsmittelbedarfs

Die Küstengewässer, die zum Hoheitsgebiet der USA gehören, haben eine größere Fläche als die des gesamten Festlandes. Das sei eine sehr gute Voraussetzung für den Aufbau einer gesunden Industrie, die Riesentang in Biotreibstoffe, aber auch in Chemierohstoffe sowie Nahrungs- und Futtermittel umwandelt, meint Siegel. Er will mit der Nutzung des Riesentangs den Anbau von Energiepflanzen auf dem Festland reduzieren. In Brasilien etwa wird immer noch Regenwald gerodet, um unter anderem Zuckerrohrplantagen anzulegen. In den nächsten Jahren wird der Bedarf an Nahrungsmitteln wegen der steigenden Weltbevölkerung erheblich ansteigen. Siegel spricht von einem Plus von 50 bis 100 Prozent bis zum Jahr 2050.

via UC Santa Barbara

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